Parque Natural de Cazorla, Segura y Las Villas ...



Fortsetzung Montag, 26. April 2004

Nochmals (Wild)Schwein gehabt


Petra:
Wir erreichen am Nachmittag den "Parque Natural Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas" und die Straße, die durch diesen riesigen Nationalpark führt. Landschaftlich gehört sie zu einer der reizvollsten Strassen. Wir fuhren hier bereits im Mai 2002 her und beschlossen damals, noch einmal mit mehr Zeit herzukommen. Damals war es 10°C, heute haben wir 28°C - und erst April. Nach endlos langen Stunden, die wir heute unterwegs sind (uns kommt es nach der langen Ruhepause so vor), fahren wir endlich einen Campingplatz an und bereiten unser Festmahl vor. Nach der Einkaufsorgie gibt es wieder Essen vom Feinsten mit frischen Erdbeeren zum Nachtisch. Da sitzen wir so gemütlich mit vollen Bäuchen bei unserem Gläschen Rosé um kurz vor 22:00 Uhr draußen(!), als Klaus im Dunkeln zwei Tiere am Platz gleich gegenüber bemerkt: Kommen da ganz zutraulich zwei Wildschweine über den Campingplatz und schauen mal, ob es hier etwas zu holen gibt. Aus zwei werden dann fünf Wildschweine, die bis auf einen Meter an die spielenden und begeisterten Kinder hier herankommen. Natur pur!

Sowieso befinden wir uns gerade auf diesem Platz so mitten in der Natur - in einem Wald gelegen, hören wir so viele Vögel zwitschern und die Spechte hämmern über unseren Köpfen. Ein tolles Erlebnis! Dieser Campingplatz ist auch der sauberste, den wir bisher auf unserer Tour hatten - rundherum ein toller Platz!


Campingplatz "Llanos de Arance" im Parque Natural de Cazorla

Dienstag, 27. April 2004

"Guck mal, da unten ist ein Weg"


Tenemos hambre!


"Guck mal, das ist ein Weg"


Der Parque Natural de Cazorla


Mittagsrast


Herrliche Aussichten

Klaus:
Hier im Naturpark ist alles etwas anders: Da einzige Brot, das wir für unser Frühstück erhalten, ist ungefähr so groß, wie das Reserverad unseres Busses und passt bei aller Anstrengung einfach nicht in unsere Mägen. Dabei legen wir heute besonderen Wert auf eine gute Versorgung, denn es steht die bislang längste Wanderung auf dem Programm. Um halb zwölf brechen wir auf und werden erst knapp siebeneinhalb Stunden später wieder ganz schön fertig zurück kommen. Die Sonne brennt heiß vom Himmel, als wir uns entlang des linken Ufers des Guadalquivirs auf den Weg machen - wobei Petra immer wieder in Richtung des anderen Ufers äugt und meint "Guck mal, auf der anderen Seite ist ein Weg" - also heißt es Schuhe aus, Hose hochkrempeln und durch den reißenden Fluss das andere Ufer erklimmen. Auf die völlig verschreckten Frösche, die um unsere Füße herumspringen, können wir dabei keine Rücksicht nehmen. 


Spaniens "größter" Fluss - der Guadalquivir - wird von uns bezwungen

Es geht entlang des Ufers durch eine tolle Auenlandschaft und immer wieder über saftige Wiesen. Wir beobachten einen Adler, der über uns seine Bahnen zieht, sehen zahlreiche Spuren von Wildschweinen und das Wasser voller großer Fische. Die Sonne taucht den Fluss in ein traumhaftes Türkis. Schließlich hört der Trampelpfad ganz auf und wir weichen auf eine kleine Schotterpiste oberhalb des Flusslaufes aus, als von Petra mal wieder das typische "Guck mal, da unten ist ein Weg" kommt. Wir also wieder herunter an den Fluss, sehen wie die Straße über uns mit einem Male in die Höhe steigt und unser kleiner Pfad immer näher am Ufer verläuft, die Felsen am Rande immer steiler ansteigen, bis schließlich an einer Stelle das Fortkommen (wenigstens für mich mit meiner Höhenangst) fast unmöglich erscheint. Während Petra den Rucksack übernimmt, klammer ich mich mit beiden Händen in die bröckelige Felswand und steige Schritt für Schritt über den Engpass - möglichst ohne auf den Fluss hinab zu blicken, der hier auch erheblich tiefer erscheint, als an anderen Stellen.

Danach haben wir uns ein ausführliches Picknick verdient. Der Fluss hat sich in der Zwischenzeit zu einem großen See erweitert und riesige Wiesen am Ufer laden regelrecht dazu ein, die Füße im Wasser zu  erfrischen und danach in der Sonne zu liegen und die Augen zu schließen. Herrlich - es ist Dienstag Nachmittag - ich wünsche mir, jeden Dienstag Nachmittag am Ufer eines Sees in der Sonne zu liegen.


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