Wir fahren los...



Freitag, 2. April 2004

Wo Millionäre Urlaub machen - die Costa Brava


Endlich Sonnenschein bei der Besichtigung von Pals


"Kaffeetrinken" an der Bucht von Sa Riera


Ausblick bei Fornells


Traumhafte Aussicht auf die Costa Brava in Aiguablava

Klaus:
Wir brechen wieder auf! Nach fünf Tagen auf dem Campingplatz Aquarius in Sant Pere Pescador - angefüllt mit vielen Spaziergängen am Strand und in den nahen Ort, etlichen Joggingkilometern und strapaziösen Radtouren - haben wir uns nun gut in unsere neue Freiheit eingelebt. Zeit, wieder Neues zu entdecken.

Damit die Sicht während unserer Rundreise entlang der Costa Brava und dem Hinterland nicht getrübt wird, putze ich noch ordentlich alle Fenster am Auto, was sich jedoch bereits nach einigen Kilometern als vergebliche Liebesmühe erweist. Mal wieder setzt der Regen ein und saut dabei unser ganzes Auto auf der Landstraße ein. Somit fällt auch der erste Stadt-/Strandbummel in L'Estartit regelrecht ins Wasser. Nach einigen Metern geht es bereits im Laufschritt zurück zum Bus und wir setzen die Fahrt fort zum Castell Gala Dalí. Auch wenn wir uns die hochbeinigen Elefantenplastiken im Garten des Palastes, den Dalí für seine Muse Gala erbaut hat, gerne angesehen hätten, schrecken uns die 11 € Eintritt doch etwas ab - so bleibt es bei einem kleinen Bummel durch das Städtchen Púbol.

Die Sonne hat sich doch noch durchgerungen, heute auf uns zu scheinen. Erst noch recht zögerlich bei der Besichtigung des mittelalterlich anmutenden Städtchens Peratallada, danach in ganzer Pracht während unseres Besuches in Pals. Über altes Kopfsteinpflaster, durch enge Gassen vorbei an alten Bruchsteinhäusern führt uns der Weg durch dieses pittoreske Städtchen hinauf bis zum Torre de les Hores, von dem wir einen Blick bis nach L'Estartit und den vorgelagerten Medes-Inseln haben, wo wir heute früh noch im Regen den ersten Fußmarsch (nach unserer Stunde joggen vor dem Frühstück) angetestet hatten.

Und von da an haben wir das Paradies vor Augen! Wir fahren entlang der Costa Brava, das Meer immer in Sichtweite geht es bergauf und bergab. Die Küste macht ihrem Namen alle Ehre: wilde Steilküsten wechseln sich mit kleinen Buchten, Sandstränden und Dörfern ab. Strahlender Sonnenschein taucht die ganze Landschaft in kräftige Farben und lässt die engen Buchten von Sa Riera,  Begur, Fornells, Aiguablava und Tamariu in schönstem Licht erscheinen. Immer wieder steigen wir aus dem Auto, machen viele Fotos, weil es aus jedem folgenden Blickwinkel immer noch schöner aussieht, trinken unseren Kaffee mit Blick auf die Bucht von Sa Riera und nehmen uns von einem traumhaften Hotel in Aiguablava direkt noch einen Prospekten mit - wer weiß, wann es uns mal wieder in diese Gegend zieht!

In Calella de Palafrugell finden wir schließlich unser Quartier für die Nacht und sind noch fast zwei Stunden auf einem sehr liebevoll angelegten Fußweg entlang der wilden Küste der Costa Brava unterwegs. Hier stehen die Ferienhäuser der Millionäre mit traumhaften Blick auf das Meer, in den Stein gehauenen Bootshäusern und einmal sogar einem im Felsen befindlichen Aufzug direkt zum Strand - James Bond lässt grüßen.

Samstag, 3. April - Sonntag, 4. April 2004

In der Morgensonne als rasender Fotoreporter unterwegs

Klaus:
Was für ein Anblick. Der Morgen erwacht und schickt seine ersten Sonnenstrahlen an die schroffen Felsen der Costa Brava von Calella de Palafrugell. Auch wenn die morgendliche Luft noch recht frisch ist, so entlohnt der Anblick der leuchtend rotschimmernden Felsen, das satte Grün der Bäume und das azurblaue Meer für die Anstrengungen des morgendlichen Joggens entlang der Küste und der Strandpromenade. In der linken Hand halte ich die ganze Zeit die Digi-Cam, deren Display von den schweißnassen Händen beschlägt. Nach jeder Kurve bietet sich ein neuer wundervoller Anblick, den ich versuche mit der Kamera festzuhalten. Doch wo ich selber später beim Anblick der Fotos noch die ganze Atmosphäre im Kopf verspüre, zeigt sich einem fremden Zuschauer nur eine vergleichsweise normal-schöne Gegend.

Es zieht uns immer wieder kurz von der Küste weg ins Landesinnere. Korkeichenwälder wachsen entlang der Straßen und wir können gut sehen, wo die Rinde der Bäume hat herhalten müssen, um unsere abendliche Flasche Wein zu verschließen. Nach enger Durchfahrt in La Bisbal d'Empordá - ich frage mich immer wieder, wie solch enge Straßen zwei Autos Platz bieten - erreichen wir nach kurzer Zeit die Dolmen Cova d'En Daina - eine Grabstätte, die nun schon seit über 4000 Jahren mitten zwischen den Korkeichen liegt.

Recht zügig geht nun die Fahrt wieder entlang der Küste, erst einmal vorbei an Tossa de Mar, das wir uns für den nächsten Tag aufheben hinein in das pralle Leben von Lloret de Mar. Immer noch habe ich die Anzeigen der Reisebüros aus meiner Jugend vor Augen, die noch zur DM-Zeit immer das Angebot hatten: 10 Tage Lloret de Mar für 199 DM! Na prima, der Campingplatz liegt mitten im Ort und wir genießen den späten Nachmittag bei einem Bummel über die Strandpromenade und durch die angrenzende Fußgängerzone. Sitzen auf der Bank und lästern über deutsche Kids, die den ersten Tag ihrer Osterferien bei einer coolen Zigarette am Strand von Lloret genießen.

Wir genießen die Vorteile des Alters und verbringen den Abend bei einem vorzüglichen Abendessen im Bus und gehen wie die meisten Abende recht früh gegen 22:00 Uhr zu Bett.

So kuschelig es ja am Abend immer ist, ins Bett zu steigen (immerhin 1,17 m breit für zwei Personen), so kalt erwischt uns die Nacht. Das Thermometer fällt recht tief und am Morgen sind es gerade mal 7° als wir aufstehen. In unbeheizten Waschräumen dauert es dann schon ein bisschen, bis wir wieder aufgewärmt sind.

Ein paar Kilometer bringen uns erst einmal zurück nach Tossa de Mar, das wir gestern links liegen gelassen haben und nutzen die frühen Mittagsstunden des Palmsonntags für eine Besichtigung der Burgruine, die sich am südlichen Ende des Strandes über der Stadt erhebt sowie einem Bummel durch die schöne Altstadt von Tossa.

Wieder zurück durch Lloret, das um diese Uhrzeit auf den Straßen stärker von den Rentnern, als von den Jugendlichen bevölkert wird, führt uns der Weg nach Blanes. Die Besichtigung der Stadt sparen wir uns, sondern fahren direkt mit dem Wagen hinauf über einspurige Straßen - jedoch bei Gegenverkehr - zum Jardí Botánic Mar i Murta - einem botanischen Garten, der zur Reise durch die Kontinente einlädt. Egal ob Kakteen oder exotische Palmen - alles ist wundervoll angelegt auf dem Felsen hoch über der Costa Brava. Petra muss mich immer wieder davon abhalten, bei jeder Pflanze einen fotografischen Zwischenstopp einzulegen.

Danach haben wir uns eine halbe Stunde Picknick am Cala de Sant Francesc verdient - Sonne tanken ist angesagt.

Von nun an geht es zügig nach Barcelona. Auf dem Campingplatz La Ballena Alegre finden wir unser Zuhause für die nächsten zwei Tage. Wir stehen mit unserem Bus direkt am Strand und vertreiben uns den sonnigen aber kühlen Abend mit einer Spaghetti Pesto und einer kühlen Sangria.


Campingplatz "La Siesta" in Calella de Palafrugell
www.campinglasiesta.com


Immer wieder tauchen kleine, menschenleere Strände vor einem auf


Die Morgensonne schickt ihre ersten Strahlen auf den Weg


Campingplatz "Santa Elena Ciutat" in Lloret de Mar
www.betsa.es


Blick von der Burgruine auf Tossa de Mar


Paradisische Buchten


Unendliche Fotomotive im Jardí Botánic von Blanes


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