Die verzauberte Stadt "ciudad encantada" und Cuenca ...


Montag, 19. und Dienstag, 20. April 2004

Sturm, Kilometer, Nerven, verzauberte Stadt und hängende Häuser

Petra:
Der Sturm treibt uns endgültig aus dem Delta del Ebro. Hatten wir noch am Vorabend eine kleine Wanderung für heute angedacht, so verlassen wir nun völlig entnervt die Gegend und nehmen Kurs auf Cuenca. Endlich machen wir Kilometer, Klaus möchte unbedingt weiter, da wir nun seit 3 Wochen in Nordspanien sind. Er hat Angst, dass wir unser strammes Programm, was ja auch ursprünglich für 3 statt nun 2 Monate geplant war, nicht schaffen. Na und - ist doch der Weg das Ziel! 

Eigentlich wollten wir ja auch einen Monat später losfahren, was wir aber kurzfristig wegen der Freistellung bei Bayer vorgezogen haben. Nun ist es kälter und - stürmisch! Häufig scheint zwar die Sonne, aber der Wind ist noch so kalt. Da es hier fast ständig weht, träumen wir von Südspanien und lauen Grillabenden. Heute raubt mir das Wetter den vorletzten Nerv - Langzeiturlaub hin, Projekt her. Sicher war uns von Anfang an klar, dass wir keine 9 Monate Sommer haben werden, aber etwas mehr Wärme hatten wir uns schon erträumt. 

Bei guter Laune ist das kein Problem, ziehen wir uns halt einen Pullover über. Aber heute gönne ich mir meinen Schlechte-Laune-Tag, bemüht, Klaus damit nicht zu sehr zu nerven (was nicht ganz gelingt - aber beim Kochen beschließen wir, einen schönen Abend zu genießen und die schlechte Laune zu beenden).

Die fast 400 km legen wir auf kleineren Straßen durch das Landesinnere zurück - wieder vorbei an herrlichen Landschaften. Ich gebrauche ständig die Worte herrlich, traumhaft und wunderschön - aber es drückt aus, was wir sehen - immer wieder. Sobald man die Küste verlässt und ins Landesinnere fährt, findet man - ich wiederhole - die wunderschönsten Gegenden, abwechslungsreich und unübertroffen. Da Spanien extrem gebirgig ist, schrauben wir uns in die Höhe und verlassen die zweistelligen Temperaturen, bis unser Frost-Warner bei 4° C anspringt. Da es heute bereits sehr spät ist, fahren wir sofort auf den tollen Campingplatz bei Cuenca und verschieben die Besichtigungen auf morgen. Ein vorzügliches Abendessen versöhnt mich mit dem Wetter.

Am nächsten Morgen ist es kalt und Nebel liegt in der Luft. Nach einer guten Nacht sieht die Welt bekanntlich wieder ganz anders aus und ich bin voller Tatendrang und guter Dinge. 

Wir fahren zur "ciudad encantada" und besichtigen bizarre Felsformationen. Da der Nebel durch den Wald wabert, gibt dies die richtige Stimmung für die "verzauberte Stadt" wieder. Klaus klettert begeistert auf den Felsen herum und findet hier und da eine Höhle, in die er selbstverständlich klettern muss.

Danach geht es weiter nach Cuenca, zu den "hängenden Häusern". Jedoch hat der kleine Ort Albarracín, den wir gestern während der Fahrt besichtigt haben, wesentlich mehr Charme zu bieten als Cuenca. Nachdem wir von Nepper-Schleppern dumm angequatscht werden, verlassen wir schnellstmöglich die Stadt und fahren nach Madrid, wo wir relativ zügig den Campingplatz finden und tatsächlich etwas Zeit haben und uns mal mit banalen Dingen wie Lesen und Tagebuchschreiben beschäftigen können. Wir haben nämlich festgestellt, dass wir hier jeden Tag ein so volles Programm haben, dass wir wenig Zeit fürs Nichtstun haben. Tja - solche Sorgen möchten sicherlich viele lieber haben als ihre eigenen, aber wir hatten es uns etwas anders vorgestellt. Allerdings ist es halt, wie oben bereits beschrieben, bei diesem Wetter nicht so gegeben, sich einfach draußen faul hinzufleezen, also unternehmen wir viel. Was uns natürlich auch super gut gefällt, aber hin und wieder eine faule Stunde zwischendurch in der Sonne liegen - das hätte was...

Daher überlegen wir zur Zeit, wie die weitere Tour aussehen soll. Wir haben noch keinen Entschluss gefasst, jetzt kommt erst einmal Sight-seeing Madrid die nächsten zwei Tage...


Idyllische Kaffeepause an einer Schlucht


Der kleine Ort Albarracín


Camping Caravaning Cuenca - ein toller Platz


Klaus - der Meisterkoch!


Nebel wabert durch die verzauberte Stadt


Der erste Höhlenmensch - die hängenden Häuser in Cuenca

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