Wandern im Delta del Ebro und Puertos de Beceite ...



Dienstag, 13. April 2004

Was kann Camping teuer sein!

 
Sitges lockt mit einer schönen Strandpromenade


Unsere Küche ist immer sehr ausgefeilt: Petra bereitet gerade einen Auberginen-Auflauf und Obstsalat für das Abendessen vor

Klaus:
Wir standen ja wunderschön direkt mit Blick aufs Meer, die Busverbindung nach Barcelona hinein war auch prima und wir konnten schön am Strand entlang joggen - aber es war doch ein Schock, als wir heute Morgen mit einer Rechnung von über 130 Euro für 4 Nächte konfrontiert wurde. Wobei besonders die beiden Tage über Ostern mit 40 Euro pro Nacht zu Buche schlugen. Da wir dann auch noch einen Großeinkauf absolvieren mussten, um unsere zur Neige gehenden Lebensmittel aufzufüllen, wurde unser wöchentliches Budget doch arg strapaziert.

Auf die Empfehlung von Markwart und Virginia hin, bei denen wir in Barcelona einen sehr schönen Abend verbracht haben, fahren wir dann weiter bis Sitges, einem kleinen Badeort ca. 40 km südlich von Barcelona. Direkt an der Strandpromenade mit Blick aufs Meer lassen wir uns ein verspätetes Frühstück schmecken (und denken dabei an die lieben Kollegen daheim, die jetzt schon wieder arbeiten müssen).

Am Abend auf dem Campingplatz La Ametlla Village Platja lassen wir uns für die nächsten Tage häuslich nieder und bauen erstmals unseren neuen Pavillon auf, der bei unseren Nachbarn auf begeisterte Resonanz stößt. 

Mittwoch, 14. April 2004

Wandernd in den Bergen auf den Pfaden verlassener Bauernhäuser 

Klaus:
So ausgerüstet kann uns sogar in den einsamen Bergen Kataloniens nichts passieren: GPS-Gerät, Leatherman, Taschenlampe, Pfefferspray und Trillerpfeife sichern das Überleben in jeder Situation. Dazu drei Liter Wasser, Äpfel, Brote und Kekse. Regendichte Kleidung haben wir bereits am Auto angezogen - aber nur weil der Wind hier oben auf über 1.200 m Höhe recht kühl bläst.

Die Anfahrt für sich ist heute früh schon ein Erlebnis. Über 100 Kilometer führen uns vom Campingplatz in La Ametlla de Mar hin nach Fredes. Immer höher bringt uns die Straße in Serpentinen hinauf in die Berge - erst noch gut ausgebaut, später geht es in abenteuerlicher Qualität entlang des Berghanges bis die Piste zum Schluss nur noch aus grobem Schotter mit tiefen Schlaglöchern besteht.

Doch die Wanderung entschädigt für die mühselige Anfahrt: Entlang eines Bergsattels geht der Weg mit Blick auf die schneeweißen Kalkstein-Steilhänge, vorbei an niedrigem Buschwerk und terrassierten Weiden, die Zeugnis davon ablegen, dass hier vor vielen Jahren noch Menschen gelebt und als Bauern und Schäfer ihr Dasein gefristet haben. Ab und zu kommen wir an verlassenen Steinhäusern vorbei, die schon halb verfallen sind. 

Höhepunkt ist dann sicherlich das Erreichen der Ermita de St Miquel d'Espinalva - einem verlassenen Bauernhof, direkt am Rande einer tiefen Schlucht mit mehreren Wohnhäusern und Stallungen und sogar einem kleinen Glockenturm.

Wie tief die Schlucht, die wir von oben sehen können, dann tatsächlich ist, erfahren wir kurz darauf auch persönlich. Wir müssen nämlich auf unserer Seite bis zum Bach hinunter steigen, um dann auf der anderen Seite den gegenüberliegenden Berg zu erklimmen. Die einzigen Lebewesen, die wir auf diesem Wege zu Gesicht bekommen, ist eine kleine Herde von sechs Gemsen (die leider zu schnell für meinen Fotoapparat sind).

Während Petra zum Ende der Wanderung ihre wehen Füße beklagt, freue ich mich über mein kleines GPS-Gerät, das brav die ganze Wanderung aufgezeichnete hat und mir bereits ankündigt, dass wir in 500 m wieder unser Auto erreichen werden. Normalerweise liegen wir mit unseren Interessen aber nicht so weit auseinander!


Frühstück auf dem Campingplatz "La Ametlla Village Platja"
www.campingametlla.com



Abenteuerliche Anfahrt auf Schotterpisten


Immer wieder sehen wir verlassene Häuser am Berghang


Und erreichen schließlich genau wie im Reiseführer angegeben die 
Ermita de St Miquel d'Espinalva

Donnerstag, 15. April 2004

Großputz


Klaus:
Auch das muss mal sein, wenn man so lange, wie wir unterwegs ist:


 
Große Wäsche auf dem Campingplatz
(Das Bild ist irreführend: Petra hat gewaschen und nicht ich. Ich stand nur gerade zufällig da und habe gelacht, weil jeder Strauch mit irgendeinem Wäschestück von uns behangen war, um in der Sonne zu trocknen)

 

Aber nicht, dass ich nur faul daneben stand, als Petra arbeitete:
Ich habe mich um den Innenraum gekümmert und bin hier gerade dabei, die Rücksitzbank auszubauen, um die Führungsschienen zu reinigen und neu einzufetten.


Petra:
Nicht, dass wir zu knickerig sind, Geld für den Trockner auszugeben - ganze 3,50 Euro (!) hat uns der Trockner gekostet!! Leider habe ich das falsche Programm gewählt, so dass wir die ganze Wäsche noch zusätzlich trocknen müssen. Peinlich, überall Socken und Unterwäsche auf und in den Hecken ...

Freitag, 16. April 2004

Wetterbericht Deutschland: Heiter, 16 - 22 Grad
Wetterbericht Spanien: Heftiger Regen mit Sturm, 12 Grad


 
Unser Pavillon trotzt Wind und Wetter - und dem Sturm


Klaus:
Ein Tag, um ihn im Bett zu verbringen. Es schüttet die ganze Nacht, verwandelt unseren Platz in eine kleine Seenplatte und der Sturm peitscht unseren Pavillon fast bis zum Boden. Wenn man mal raus muss - was nach ausgiebigem Kaffeekonsum zwangsläufig ab und zu der Fall ist - geht das nur in Badeschlappen. Trotzdem langweilen wir uns nicht, sondern unterhalten uns recht viel und machen einen Quiz-, Lese- und Gammel-Nachmittag.

Samstag, 17. April 2004

Nach Regen folgt auch in Spanien (glücklicherweise) wieder Sonnenschein

Petra:
Völlig unerwartet sitzen wir zum Frühstück wieder draußen. Danach fahren wir ins Delta del Ebro und wandern die nächsten vier Stunden am Strand entlang zum Leuchtturm und weiter zur Spitze der Landzunge Punta del Fangar. Dort versinken wir teilweise im tiefen Schlick und stapfen mühsam vorwärts. 
Pünktlich zur Bundesliga kommen wir wieder im Bus an und verfolgen - gemütlich bei Kaffee und Tartar (Schmäckchen)  - die zweite Halbzeit live in unserem Weltempfänger. Der Nachmittag ist gerettet: Leverkusen gewinnt 3:2 und München verliert 0:2. So können wir völlig relaxt die schöne Aussicht auf das Meer genießen.
Zurück auf dem Campingplatz beschließen wir, morgen nach dann 5 Nächten von hier weiterzufahren und schauen uns endlich einmal die herrlichen Strandbuchten an, die direkt am Campingplatz liegen. So laufen wir wieder eine weitere Stunde am Meer entlang und verdienen uns unser Sixpack San Miguel, das es zum Abendessen gibt. 

Klaus:
Ich habe heute meine Badeschlappe repariert, der an einer Seite von der Sohle abgerissen war. "Na und," wird jetzt der ein oder andere denken, "was ist daran besonders?". Eigentlich gar nichts, aber im Normalfall hätte man jetzt die Schlappen zu Hause weggeschmissen und Neue gekauft. Hier ist das aber anders. Ich wüsste so spontan gar nicht, wo ich neue Schlappen kaufen könnte (und ich brauche die morgen früh für die Dusche). Und das sind die Kleinigkeiten, die ebenfalls den Reiz unseres Projektes ausmachen: Man kümmert sich auch wieder um Kleinigkeiten, stellt sich den Problemen des Alltags und versucht pragmatische Lösungen zu finden. Und so ist meine Schlappe halt jetzt mit zwei Kabelbindern "genäht".

 
Wunderschöne Buchten am Campingplatz


Steil fallen die Felsen ins Meer


Unser heutiges Ziel


Der alte Mann und das Meer


Bundesliga live!


Sonntag, 18. April 

Große Wanderung

Petra:
Wir fröhnen unserem Hobby - wir wandern mal wieder - knapp 20 km - durch die Schlucht Barranc de la Vall und dann bergauf - durch eine von Wind und Wettern geformte Bergwelt. Die Wanderung zählt mit zu den schönsten, die wir bisher gemacht haben. Nach 5:45 Stunden fahren wir den doch sehr einfachen Campingplatz an und erwarten eine weitere stürmische Nacht ...


Erste Rast vor dem Aufstieg ...

... vorbei an Höhlen und einem Wasserfall ... 

... mit Blick durch das Felsentor Forrat de la Vall ...

... durch beeindruckende Welten.

Camping L´Estanyet bei Les Cases d´Alcanar


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