Von Barcelona zum Kloster Montserrat bis in die Pyrenäen ...



Montag, 5. April und Dienstag, 6. April 2004

 Von defekten Wasserpumpen über grandiose Landschaften bis zu verbeulten Heckklappen


Campingplatz bei Barcelona
www.ballena-alegre.es


Nicht alltäglich - Frühstück draußen!


Petra:
Nach so viel Sight-seeing müssen wir mal wieder einen Erholungstag einlegen. Wir bleiben an unserem super gelegenen Campingplatz bei Barcelona, wo wir direkt am Meer stehen und relaxen einen Tag. Nicht, dass das ganze in Stress ausartet...



Freizeitbeschäftigung!

Nachdem gestern unsere Wasserpumpe endgültig den Geist aufgegeben und Klaus die Pumpe heldenhaft ausgebaut hat, kaufen wir heute morgen als erstes eine neue Wasserpumpe und machen uns gleich bei dem Verkäufer unbeliebt. Obwohl wir doch ein so perfektes Spanisch sprechen, hat Klaus auf englisch eine neue Pumpe angefragt. Daraufhin lassen wir uns belehren, dass es unbedingt notwendig ist, Spanisch zu lernen - und das uns, wo wir bis dato doch so fließend und perfekt nahezu jede Situation gemeistert haben. Dazu eine kleine Episode am Ende extra (siehe unten).

Danach lassen wir uns von unserem Navi-System durch das Autobahnlabyrinth bei Barcelona zum Kloster Montserrat führen und schrauben uns 700 Meter in die Höhe. Der Ausflug lohnt sich: Allein die traumhafte Lage des Kloster lohnt die weite Fahrt. Aber auch die Basilika ist unbedingt ein Besuch wert. Danach wandern wir noch ein kleines Stück durch die herrliche Gegend, wo wir einen zauberhaften Blick auf das Kloster werfen können. Natürlich wird reichlich fotografiert, da es ein berauschender Anblick ist.


Kloster Montserrat




Wer sagt, wir müssen nicht arbeiten?
Klaus repariert die Wasserpumpe, 
Petra schreibt heute Reisebericht auf dem 
Campingplatz www.campingsolsones.com


High-Tech im VW-Bus - unser Notebook auf seinem Platz

Weiter geht es Richtung Pyrenäen, bis wir auf unseren für heute geplanten Campingplatz in Solsona ankommen. Und hier nimmt das Unglück seinen Lauf... Beim Rückwärtseinparken auf unseren Stellplatz übersieht Klaus einen Baum und fährt mit dem Radträger zuerst dagegen. Nun haben wir einen zerbeulten Radträger und zwei Beulen im Auto. 

Doch damit nicht genug. Nachdem Klaus wieder heldenhaft die neue Wasserpumpe eingebaut hat, haben wir die gleichen Probleme wie vorher. Nur hin und wieder springt die Pumpe an und es fließt Wasser. Wenigstens wissen wir jetzt, dass es nicht an der Pumpe lag, woran aber sonst, wissen wir immer noch nicht. 

Egal, fürs erste wird dieses Problem vertagt, bis wir eine Lösung finden. Zur Frustbewältigung gehen wir in den Campingshop, nachdem wir heute mehrfach vergeblich versucht haben, einen großen Supermarkt anzufahren, und kaufen uns dort unser Abendessen und zwei große Flaschen Bier.... Daher - Prost und guten Appetit!

Haha, denken wir jedenfalls, aber wenn schon alles schief geht, dann bitte richtig. Mitten beim Kochen geht die Gasflasche aus - leer - gut, dass wir noch eine zweite im Kofferraum haben - nun aber ....

Eine kleine Episode am Rande:  

Wir und unser Spanisch:
Nicht umsonst haben wir uns einige Zeit wieder auf Schulbänken herumgedrückt und in den vergangenen Jahren drei Spanischkurse bei der VHS besucht. Daher verfügen wir über einen fast perfekten spanischen Wortschatz (Hola, buenos dias, hasta luego...- gibt es noch mehr Vokabeln?)

Nun haben wir für die Standardsituationen Campingplatz einchecken, einkaufen und Essen gehen alle Redewendungen gelernt und gebrauchen diese auch. Kein deutsches Wort! Das kommt immer ganz toll an, stellt an uns aber höchste Ansprüche, da der Gegenüber nun denkt, wir sprechen wirklich perfekt spanisch und führt das Gespräch entsprechend in spanisch weiter. 

Bis dato hat es auch immer gut geklappt, was uns mächtig stolz macht. Unsere beiden Spanischlehrerinnen wären begeistert!

Mitunter führt dies natürlich auch zu lustigen Situationen: Schreiben Sie bitte Ihr Autokennzeichen hier auf - Nein, danke, nicht nötig, brauchen wir nicht!

Besonders lustig war, als wir einen Ort suchten. Es gab vier Möglichkeiten: links, rechts, geradeaus oder über die Brücke, die wir gerade überquert hatten, zurück. Da in Spanien häufig die Beschilderung einer Ortschaft an Wegkreuzungen plötzlich aufhört, fuhren wir einfach nach rechts. Es war ein sehr schmaler Weg und wir wollten lieber fragen, als unnötig weiterzufahren. Gesagt, getan: sehr hilfsbereit bekamen wir Antwort. Jedoch erwähnte der Herr sowohl links, geradeaus als auch die Brücke und rechts. Sagte er nun: Fahren Sie geradeaus, lassen die Brücke links liegen und auf keinen Fall rechts? Oder meinte er: Fahren Sie links über die Brücke, weder geradeaus noch rechts? Warum konnte er nicht nur sagen: links, rechts oder geradeaus. Wenigstens wussten wir, dass wir zurück mussten. Der nächste, den wir fragten (inzwischen wieder an der Brücke angelangt), redete ununterbrochen, jedoch hörten wir weder die uns bekannten Vokabeln für links, rechts, oder geradeaus. Wir folgten dankend seinen Handbewegungen und fuhren wieder über die Brücke zurück. Letztendlich haben wir Verona - unser auf diesen Namen getauftes Navi-System - eingeschaltet und sind dann wieder über die Brücke und dann nach links zum Ort weitergefahren. Warum nicht gleich so? Und die Moral von der Geschicht´: erzähl Ausländern eine lange Wegbeschreibung nicht!


Mittwoch, 7. April und Donnerstag, 8. April 2004

Im Schneegestöber über die Pyrenäen

Klaus:
Eigentlich war diese Tour ja als große Reise immer der Sonne nach gedacht, zur Zeit haben wir aber das Gefühl, wir fahren der Sonne weit voraus! Beim Aufwachen waren es gerade mal 4° und ich habe unter meiner Sommerdecke ganz schön gefroren. Da hilft nur die heiße Dusche und danach ein großes Frühstück im nun endlich beheizten Bus.

Direkt neben der Stadt La Seu d'Urgell liegt der Parc natural Cadí-Moixeró. Nur, wie kommen wir zu den im Reiseführer beschriebenen Wanderwegen im Park? Nachdem wir zweimal die einheimische Landbevölkerung befragt haben und zweimal in die unterschiedlichste Richtung, aber nie die richtige gefahren sind, vertrauen wir unserem Navigationssystem. Und nun klappt es auch mit der Wegführung. (Nicht, dass man versucht hat, uns extra falsch zu führen, es dürfte wohl eher an unseren oben beschriebenen Spanischkenntnissen gelegen haben.)

Obwohl nur 15° wärmt die Sonne schon recht intensiv und wir können schon bald auf unsere Pullover verzichten. Immer wieder sehen wir kleine Dörfer, die malerisch am Hang liegen, vor der Silhouette  der schneebedeckten Berge der Pyrenäen. Über die erste Schlange, die wir auf diesem Weg zu sehen bekommen, schreibe ich lieber nichts - ich hoffe, es bleibt die letzte in Spanien.

Nach einem Abstecher mit Rundgang durch die ehemalige Olympiastadt La Seu d'Urgell werden wir durch eine Bilderanzeige in unserem ADAC-Campingführer angelockt, auf den Campingplatz Frontera direkt an der Grenze zu Andorra zu fahren - leider Fehlanzeige, nicht nur die Unfähigkeit der Dame an der Rezeption ist abschreckend, sondern auch der recht vergammelte Platz mit spanischen Dauercampern.

 
 Wanderung durch den Parc natural Cadí-Moixeró


Bergdorf vor den schneebedeckten Gipfeln der Pyrenäen


Campingplatz "Frontera" direkt an der Grenze zu Andorra


Heftiger Schneefall in den Pyrenäen


Blick auf den Campingplatz "Vall de Bianya":
Diesmal wegen des Regens von innen nach außen

Für unseren Bus gilt: Generell ist er innen größer, als es von außen den Anschein hat. Der Lebensmittel-Großeinkauf in Andorra für die nächsten fünf Tage (Ostern steht vor der Tür) verschwindet hinter den Türen des Vorratsschrankes, im Kühlschrank und in der Sitztruhe. Jetzt noch einmal volltanken (der Sprit kostet hier nur 56 Cent pro Liter) und dann wieder zurück nach Spanien - nachdem wir an der Grenze für die spanischen Zöllner noch unser Auto öffnen durften.

Leider hält uns der Regen, der sich bereits heute früh ankündigte, in seinem Bann. So sehen wir relativ wenig von der Gegend. Bei der Überquerung des 1800 m hohen Passes Collada de Toses kommen wir nicht nur in die dicken Wolken, sondern auch ins Schneegestöber.

Und auf unserem Campingplatz saufen wir dann auch noch fast ab. Da hilft nur ein gute Flasche Wein bzw. Sangria, damit der Frust nicht Macht über unsere Stimmung gewinnt.


Freitag, 9. April 2004

Wandern im Naturpark Garrotxa und Irrfahrt nach Barcelona

Petra:
Der Wettergott hat es doch nicht ganz so schlecht mit uns gemeint - heute scheint wieder die Sonne. Wir verlassen schnell unseren Schlammplatz und fahren in den nahe gelegenen Naturpark La Garrotxa - hier findet man jede Menge Vulkane und ein hervorragend beschildertes Wandergebiet. Flink werden die Schuhe geschnürt und los geht´s. Nach den heftigen Regenfällen vom Vortag bleibt es nicht aus, dass bereits nach wenigen km der Schlamm dick unter den Wanderschuhen hängt. Aber egal - wie immer genießen wir herrliche Landschaften, vorbei an zwei Vulkanen freuen wir uns über die Bewegung und den tollen Weg - teils durch Lavagestein.

Auf einem Parkplatz an einem romantisch gelegenen Ort halten wir für unsere Kaffeepause und danach verlassen wir endgültig die Pyrenäen-Region und fahren weiter Richtung Barcelona. Vorbei an kleinen Dörfern, die sich beschaulich in die Gegend einfügen, besichtigen wir noch den Ort Besalú.

Dann nichts wie weiter nach Barcelona - so denken wir. Durch eine Straßensperre wegen Umbauarbeiten stehen wir über eine Stunde im Stau - 19 km vor unserem Campingplatz. Und dann ist auf den Autobahnen rund um Barcelona eine einzige große Baustelle. Zwei Abfahrten, die wir nehmen müssen, sind gesperrt und wir irren eine weitere Stunde durch die Gegend, inzwischen nur noch wenige km von unserem Campingplatz entfernt. Letztendlich schmeißt auch Verona - unser Navi-System entnervt das Handtuch und lässt uns 2,5 km vor dem Ziel im Stich. Glücklicherweise waren wir ja vor einigen Tagen bereits hier und so finden wir - nach einer weiteren Straßensperre - endlich um 20.30 Uhr den Campingplatz - völlig entnervt. 


    Reizvoll gelegene Orte am Abgrund


Besalú


Wir wandern ...


... mit kleinen Pausen zwischendurch ...


... vorbei am Vulkan Croscat


Kaffeepause mit herrlichem Ausblick



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