Parque Nacional de Ordesa y Monte Perdido ...



Samstag, 22. und Sonntag, 23. Mai 2004

Immer noch auf den Spuren des heiligen Jakobs


Petra:
Wenn man den Reiseberichten glauben kann, werden das Baskenland und der atlantische Nordwesten - also Galicien, Asturien und Kantabrien - auch im Sommer oft von tagelangem Nieselregen heimgesucht. Das Kantabrische Gebirge bildet eine scharfe Wetterscheide zwischen dem atlantischen Norden und dem trockenen Süden. Die im Süden lebenden Kastilier spotten auch gerne, die Asturianer kämen lediglich über das Gebirge, um sich einmal zu trocknen. Daher packen wir am nächsten Morgen bei bedecktem Himmel bereits wieder alles zusammen und fahren erneut über das Kantabrische Gebirge zurück. 

Wir fahren Richtung Burgos,
durchqueren die Region La Rioja mit Stop im Zentrum der La-Rioja-Alta-Weinbauregion Haro, einer anmutigen Stadt am Ebro. Die lebendige Altstadt mit Weinlokalen lädt zum Verweilen ein. So lesen wir es im Reiseführer, jedoch bietet dieser Ort nichts, was uns begeistert. Den letzten Spieltag der Bundesliga-Saison 2003/2004 hören wir uns dort bei einer gemütlichen Kaffeepause an und feiern Bayer Leverkusen, die es tatsächlich aus eigener Kraft noch auf den dritten Platz geschafft haben. 

Erst gegen 20.00 Uhr fahren wir einen Campingplatz vor Puente la Reina an. Wunderbar neben einem riesigen Stausee gelegen, lacht die Sonne und lädt am nächsten Morgen zu einem Spaziergang am See entlang ein. Wir genießen die tolle Gegend und den intensiven Geruch, den die Blumen und Sträucher hier verströmen. 

Danach fahren wir weiter, kreuzen den Ort Puente la Reina unterhalb von Pamplona. Der Ort, der seinen Namen einer im 11. Jhd. erbauten Fußgängerbrücke verdankt, ist wunderschön. Selbst hier, hunderte km von Santiago de Compostela, treffen wir noch auf Pilger, bzw. Wanderer und Radfahrer, die dem Camino de Santiago folgen. 

Wir folgen dem Jacobsweg bis Jaca und verlassen ihn Richtung Pyrenäen. Überall scheint die Sonne, nur dort sehen wir bereits von weitem, wie der Regen vom Himmel fällt. Wir erreichen Torla, wo wir auch unseren Campingplatz aufsuchen. Die nächsten und für uns bereits letzten Tage gehören wieder der Bergwelt.


Torla


Camping "Rio Ara" in Torla


Camping "Aritzaleku" in Lerate
www.aritzaleku.com


Spaziergang entlang eines wunderschönen Stausees


Puente la Reina


Haus in Puente la Reina




Montag, 24. bis Mittwoch, 26. Mai 2004

Drei herrliche Wandertag
e im Parque Nacional de Ordesa y Monte Perdido

Montag, 24. Mai: 
5:30 Std. durch das Valle de Ordesa von Pradera de Ordesa zum 70 Meter tiefen "Pferdeschweif-Wasserfall" Cola de Caballo.

Wir sind um 9:00 Uhr die ersten Wanderer, die das noch schattige Valle de Ordesa durchqueren

Der Nebel über den Wiesen lässt erahnen, dass es gerade mal 5 Grad sind

Immer wieder erleben wir gigantische Wasserfälle. Hier der Cascada de la Cueva.

Schroff abfallende Felsen zu beiden Seiten unseres Weges

Die verschneiten Gipfel der Pyrenäen

Nach 2:30 Std. öffnet sich vor uns ein großes Tal ...

... wir sehen eine ganze Herde mit 17 Gämsen ...

... und viele (recht scheue) Murmeltiere.

Der Wasserfall Cola de Caballo

Und schließlich auf dem Rückweg



Dienstag, 25. Mai: 
5:30 Std. von der Pradera de Ordesa erst hinauf die Circo de Cotatuero, und nachdem uns ein großes Schneefall am weiter wandern hindert, wieder den gleichen Weg hinab und dann entlang dem Rio Arazas Richtung Torla.


Die ersten 500 Höhenmeter geht es durch dichten Wald ... 

... bis wir die Baumgrenze erreichen und freie Sicht auf die umliegenden Berge haben.

Wir sehen wieder viele Gämse während wir am Berggrad entlang gehen ...

... bis uns ein ca. 15 m breites Schneefeld am Fortsetzen der Wanderung hindert.

Klaus:
Leider wieder mein Problem mit der Höhenangst: Ich hatte schon den ersten Fuß auf das Schneefeld gesetzt und versuchte einen sicheren Halt zu finden. Während ich die eine Hand in den verharschten Schnee vergrub, sah ich unter mir, wie der Schnee über einen Hang im Nichts verschwindet. In dem Moment befällt mich die Panik und ich kann keinen Schritt mehr vor den nächsten machen. Leider ...


Wir verlassen wieder die Höhe ...

... und wandern noch einige Zeit im Tal entlang dem Rio Arazas ...

...  bevor wir ein Mittagsschläfchen im "Zelt" machen.



Mittwoch, 26. Mai: 
5:45 Std.
direkt von unserem Campingplatz, entlang dem Rio Ara Richtung Norden und dann in die Garganta de los Navarros. Immer entlang dem Fernwanderweg GR11 bis wir Bujaruelo erreichen. Von dort zurück entlang der Schotterstraße - die letzte Viertelstunde laufend, da wir in einen kräftigen Regenschauer kommen!


Anfangs ein breiter Fluss bei Torla...

... doch je enger die Schlucht wird, desto reißender wütet der Rio Ara in seinem Bett.

Der Weg läuft im ersten Teil weit oberhalb des Flusses und fällt einmal so steil nach unten ab, dass ein Drahtseil für ein sicheres Überqueren der Stelle sorgt.

Immer wieder werden wir vor die Aufgabe gestellt, mehr oder weniger breite Zuflüsse zu überqueren - Brücken gibt es keine.

Nach über 3 Stunden Wanderung endlich Rast in Bujaruelo!

Donnerstag, 27. bis Sonntag, 30. Mai 2004

Heimfahrt


Klaus:
Ein Wehrmutstropfen ereilt uns noch am letzten Tag in Spanien: Unsere vom Regen der letzten Wanderung durchnässten Klamotten haben wir über Nacht zum Trocknen im Waschhaus aufgehangen. Leider mit dem Ergebnis, dass meine Sachen am nächsten Morgen alle spurlos verschwunden sind: meine GoreTex-Hose (die schon über 10 Jahre alt war), ein recht neues T-Shirt und meine Mütze. Wir können uns aber nicht vorstellen, dass die Sachen vorsätzlich geklaut wurden. Eher nehmen wir an, dass jemand versehentlich die Sachen vom Haken genommen hat und sie sicherlich im Laufe des Tages wieder auftauchen werden - leider sind wir dann jedoch schon über alle Berge! Naja, ein bisschen Schwund ist immer ...

Der Morgen ist wieder eisig: Wer wandert schon gerne bei 5 Grad und 100 % Luftfeuchtigkeit mit Badeschlappen durch eine nasse Wiese zum Waschaus? Doch sobald die Sonne uns erreicht, wird es schlagartig wärmer. Nachdem wir uns in Ainsa noch mit 10 Flaschen Wein für zu Hause versorgt haben, überqueren wir auf kleinen Pyrenäen-Straßen die Berge und erreichen nach etlichen Stunden endlich die französische Autobahn, auf der von nun an die Heimreise in Hochgeschwindigkeit erfolgt. In Tournon machen wir wieder eine Zwischenübernachtung, versorgen uns mit reichlich gutem (=stinkendem) französischen Käse und genießen den vorerst letzten Abend im Bus bei Rotwein, Baguette und Käse sowie einem herrlichem Ausblick auf die Rhone. 

Der Kreis unseres ersten Teils der Reise schließt sich dann in Faid in der Eifel, wo wir über die Pfingsttage wieder dankend die Gastfreundschaft von Mechthild und Manfred in Anspruch nehmen.


Campingplatz "Tournon", direkt in der Stadt und mit herrlichem Blick auf die Rhone


Ars vivendi: Rotwein, Käse und Baguette



Das war also Teil 1 unseres Projektes 2004. Die Tagebuchaufzeichnungen werden jetzt erst einmal unterbrochen. Einige Termine stehen nun an, bevor wir am 19. Juni mit dem zweiten Teil - dann in USA - starten werden. Am Montag wird der Bus gründlichst von innen und außen gesäubert, am Dienstag kommt er zum Bremsenwechsel in die Werkstatt, am Mittwoch wird er bepackt für die Schiffspassage, am Donnerstag fahren wir mit zwei Autos nach Bremerhaven, um ihn dann schließlich am Freitag bis 9:00 Uhr am Hafen abzugeben. Zwischendurch noch waschen und bügeln, sich mal wieder um Wohnung und Garten kümmern und all die Dinge erledigen, die halt anfallen, wenn man nach 9 Wochen Urlaub nach Hause kommt.


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