Parque Nacional de Picos de Europa ... 



Mittwoch, 19. Mai 2004

Spitzen (los picos) von oben, von unten und mittendrin


Petra:
Auch heute folgen wir weiter den Spuren des heiligen Jacobs in umgekehrter Richtung - auf dem Camino de Santiago - dem Jacobsweg. Wir sehen wieder jede Menge Pilger - und das ca. 250 km von Santiago de Compostela entfernt! 

Aber hinter León fahren wir Richtung Kantabrischen Gebirges. Ein absolutes Muss ist für uns ein Besuch der prächtigen Tropfsteinhöhle Cuevas de Valporquero, die vor mehreren Millionen Jahren entstand. Eine gigantische Höhle, eine fantastische andere Welt, wunderbar angestrahlt und sehr schön angelegt, nimmt uns für knapp 50 Minuten gefangen. Wir sehen Stalagmiten und Stalaktiten in den tollsten Formen. Ein sehr beeindruckendes Erlebnis, allein die Fahrt dorthin führt uns entlang kleiner Straßen mitten durch hohes Felsmassiv. Rechts plätschert der Bach, die Straße windet sich über Brücken und durch enge Kurven. Herrlich! (Natürlich nichts für mich als Beifahrer, aber Klaus ist hin und weg).

Nun steuern wir die Picos de Europa an, schrauben uns die Höhenmeter hinauf und fahren hier sogar an kleinen Schneeresten vorbei. Die schneebedeckten Bergspitzen tauchen hinter einer Kurve auf und nehmen uns den Atem. Auf der Suche nach einem Campingplatz fahren wir durch enge Dörfer und einspurige Schotterwege, in der Hoffnung, dass uns kein Auto entgegen kommt. Leider ist hier kein Campingplatz geöffnet, es ist außerhalb der Saison. Kurzentschlossen quartieren wir uns ein in die Pension Begoña mit Halbpension. Toll, von unserem Zimmer ein wunderbarer Blick auf die Berge - und für uns der totale Luxus nach 8 Wochen Camping - ein eigenes Bad auf dem Zimmer. Das nutzen wir direkt aus und trinken Bier - diese Nacht soll es uns egal sein, ob wir mal wohin müssen oder nicht ...


Die Cuevas de Valporquero - eine riesige Tropfsteinhöhe
mit dem "weißen Ritter", der in Tausenden Jahren allein aus Wassertropfen entstanden ist.


Die Campingplätze im Picos de Europa haben noch geschlossen, daher verbringen wir zwei Nächte in der Pension Begona in Posada de Valdeón

Donnerstag, 20. Mai 2004

Ein Kapitel, in dem die Rede vom Schweiß ist - vom Angstschweiß!



Der Ausblick von unserem Balkon am Morgen


Es soll keiner behaupten, wir schwindeln ...

 
... was unsere schweißtreibende Autofahrt nach Caín betrifft


Zu Fuß geht es weiter auf engen Pfaden entlang des Abgrundes
und über den ein oder anderen Felsüberhang ...


... wieder hinab zum Rio Cares und
durch etliche Tunnel zurück zum Auto.

Klaus:
Es ist 17:00 Uhr, ich habe gerade frisch geduscht, liege auf dem Bett in unserer Pension und genieße eine eisgekühlte Dose San Miguel. Und ich hätte nichts dagegen, gleich noch ein paar Dosen zu trinken (leider ist aber die zweite Dose Petras). Wir haben es uns verdient! Etliche Wanderstunden und viel Schweiß liegen hinter uns, der uns von den Picos de Europa abgerungen wurde.

Dabei fing doch alles so gemütlich mit einem spanischen Bergfrühstück an: jede Menge kleiner, abgepackter Kuchenstücke, dazu frisch gebackene Teilchen und Weißbrot mit einem kleinen Päckchen Marmelade und natürlich Kaffee, aus riesigen Tassen und richtig schön stark. Das richtige für mich, der ich nichts dagegen habe, bereits zum Frühstück Biskuittrolle mit dicker Cremefüllung zu mir zu nehmen (man kann dazu ruhig meine Arbeitskollegen befragen: stimmt's oder habe ich recht?).

Bereits gestern in der Touristeninfo gab man uns den Hinweis, dass der Weg nach Caín recht schmal wäre. Was "recht schmal" aus dem Munde eines Einheimischen bedeutet, können wir dann am eigenen Leibe erfahren. 12 Kilometer fahren wir über eine Straße, an der nicht nur die Straßenschilder vor bis zu 20%-igen Steigungen warnen oder sich die dicken Schlaglöcher vor uns auftun, sondern die durchgehend einspurig verläuft. Und einspurig bedeutet hier nicht, dass man im Notfall in den Graben ausweichen könnte. Nein!!! Einspurig bedeutet, dass die Straße ca. 2,50 Meter breit ist, auf der einen Seite steil über einen unbefestigten Straßenrand in den Fluss rund 8 Meter unter uns abfällt und auf der anderen Seite kein Platz wäre, die Türe zu öffnen, weil sie direkt an den Felsen schlagen würde, der meterweit über uns herausragt. Aber immerhin waren die Straßenbauer so nett und haben jeden uneben herausgesprengten Felsvorsprung blau angemalt, damit man nicht versehentlich mit dem Dach dagegen fährt. Ich will mir im Nachhinein, nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn uns an den besonders kritischen 2 Kilometern wirklich jemand entgegen gekommen wäre. Ich glaube, wir wären ausgestiegen, hätten den Wagen stehen lassen, wären mit dem Zug nach Hause gefahren und hätten die Tatsache, einmal einen VW-Bus besessen zu haben aus unserem Gedächtnis getilgt.

Während Petra auf diesem Teilstück unserer heutigen Tagesetappe den meisten Angstschweiß vergossen hat, folgte der meinige dann auf dem folgenden Stück, das wir uns wandernd erschlossen. Von Caín ging es entlang dem Rio Cares durch die Garganta del Cares - die wohl berühmteste Wegstrecke im Picos de Europa. Der Fluss hat sich über die Jahrtausende einen tiefen Weg zwischen die Berge gegraben, dem wir durch schmale Pfade, hohe Brücken und enge Tunnel folgen. Häufig fällt der Weg direkt neben einem Hunderte Meter tief in die Schlucht, von oben dringt kaum das Sonnenlicht in das Tal und man hört nur das Brodeln des Wassers tief unter sich, ohne etwas zu sehen. Für jemanden mit Höhenangst, wie mich, nicht unbedingt das Richtige. Andererseits nimmt aber auch mich die Gigantik dieser Gegend gefangen. Ganz klein kommt man sich auf diesem Wege vor. Die schneebedeckten Berggipfel ragen noch über 1.000 Meter über uns hinaus und unser Weg führt entlang der Bergüberhängen, direkt unter uns die tiefe Schlucht. Als mir dann auch noch an einer besonders kritischen Stelle eine Schlange fast unter meinen Wanderschuh kommt, liegen auch meine Nerven blank. Doch die Schönheit der Natur lässt uns unseren Weg immer weiter fortsetzen, bis wir nach 3 Stunden umkehren, weil wir noch den gleichen Weg zurück müssen.

Einmalig, überwältigend, gigantisch - irgendwann werden wir zurückkehren.

Petra:
Ha ha, er tut so, als machen ihm diese Straßen nichts aus: nach den ersten zwei km Rückweg läuft ihm der Schweiß nur so den Rücken entlang - man fährt nicht jeden Tag mit dem Außenspiegel nur wenige Zentimeter an einer Felswand entlang, während es auf der anderen Seite in die Tiefe geht ... - trotzdem bleiben wir von weiteren Schrammen verschont - es liegt wohl an dem tollen Fahrer - Hut ab!

Freitag, 21. Mai 2004

Und wieder ziehen wir weiter


Petra:
Unser Finanzminister hat entschieden, dass wir uns nicht länger dem Luxus einer Pension hingeben werden. Wir fahren also weiter. Wir packen unsere Habseligkeiten aus dem Zimmer und unternehmen noch eine letzte kleine Wanderung in Posada de Valdeón. Auf der Fahrt aus dem Nationalpark machen wir einen weiteren Wanderstopp und ziehen bei strahlendem Sonnenschein los. Wir durchqueren kleine Schneefelder und merken kaum, das dunkle Wolken aufziehen. Innerhalb kürzester Zeit ist alles zugezogen und wir laufen die letzten Meter zu unserem Auto zurück. Keine Minute zu früh - sobald wir im Auto sitzen, fängt es heftig an zu regnen. Na egal - heute fahren wir ja eh nur noch.

Aufgrund der vorhandenen bzw. fehlenden Straßen ist es für uns günstiger, bis an die Nordküste weiter- und von dort dann wieder in das Landesinnere zurückzufahren.

Wir landen in Asturien am Playa de Vidiago, auf dem Campingplatz sichern wir uns einen Platz, von dem wir eine herrliche Sicht auf das Meer und eine kleine Strandbucht haben. Von oben schauen wir herunter und Klaus zieht gar nicht mehr die Gardine zu, damit er beim Aufwachen gleich wieder einen so fantastischen Blick hat.


Camping La Paz - herrliche Aussicht inklusive
www.campinglapaz.com


Schneebedeckte Berge


Posada de Valdeón von oben


Schnee im Mai!

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