Sevilla ...



Sonntag, 2. Mai 2004

"Es regnet ohne Unterlass, es regnet immer zu ..."

Petra:
Frust macht sich breit - wir fahren von Tarifa los bei strömendem Regen und haben die ganze Fahrt bis Sevilla Dauerregen und ganze 13°C - und das Anfang Mai in Südspanien! Nachmittags stehen wir auf dem Campingplatz in Sevilla - raus können wir nur mit Badeschlappen, da der ganze Platz eine Schlamm- und Matschlandschaft ist. Für heute bleiben wir im Bus und lesen und frusten vor uns hin ... Hatten wir doch gehofft, das kalte Wetter endlich hinter uns zu haben!

Klaus:
Aber egal, wie das Wetter ist: Die Fahrt ist mal wieder sehr interessant. Von Tarifa fahren wir durch das Weideland der wilden Stiere, kommen bei Medina Sidonia erneut in die engen Sträßchen einer spanischen Altstadt, suchen bei Arcos die richtige Straße während wir von Hunderten Motorradfahrern überholt werden und sind froh, als wir im Moloch der Großstadt Sevilla recht schnell unseren Campingplatz finden.



Camping Sevilla
Regen und Matsch - nur unser kleiner Schlumpf lacht noch
 

Montag, 3. Mai 2004

Trunken vor Glück in Sevilla

Es behaupten die Einheimischen: "Wer Sevilla nicht gesehen hat, hat noch nichts Wunderbares gesehen." 


Der Palacio de Espana, Mittelpunkt der iberoamerikanischen Ausstellung von 1929 ...


... mit seinen kunstvollen Kachelmalereien


Die Kathedrale von Sevilla mit dem Giralda


Die engen Gassen von Santa Cruz mit wunderschönen Tapas Bars ...


... laden ein zu kulinarischen Köstlichkeiten ...


... und zu so manch leckrem Tröpfchen


Wen stört denn da noch der Regen?

Klaus:
Eine Stadt mit Flair und Ausstrahlung und sicherlich sind wir nicht zum letzten Mal hier! Der Regen hat endlich aufgehört. Es scheint zwar keine Sonne, aber wir sind ja schon mit Wenig zufrieden. 

Spaniens Großstadt-Campingplätze scheinen übrigens alle neben Flughäfen zu liegen. In Barcelona war der Flughafen nur rund 1 bis 2 km entfernt und die Flugzeuge flogen laut dröhnend im Minutentakt über uns. In Madrid waren wir neben dem Militärflughafen und in den späten Abendstunden donnerten die Kampfjets über uns. Und hier in Sevilla campen wir direkt neben der Startbahn. Die Taktrate der Starts und Landungen ist zwar nicht so hoch wie in Barcelona, dafür kommen die Flugzeuge mit einer Flughöhe von vielleicht 50 m direkt über unser Auto geflogen. Ein interessantes, wenn auch recht lautes Erlebnis. 

Ein Reisebus bringt uns für zwei Euro pro Person direkt vom Campingplatz in die Innenstadt von Sevilla. Der erste Weg führt uns zur Plaza de Espana - dem Mittelpunkt der iberoamerikanischen Ausstellung von 1929, durchzogen von einem Wassergraben mit mehreren keramikverzierten Brücken und in weitem Bogen eingerahmt vom Palacio de Espana. So imponierend die Anlage im Gesamten erscheint, so faszinierend ist sie im Detail: in 50 Nischen mit kunstvoll bemalten Kacheln werden die einzelnen Provinzen Spaniens vorgestellt, eine schöner als die andere, auch wenn der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen hat.

Vorbei an der Universität, die früher eine riesige Tabakfabrik war und bekannt ist durch ihren Auftritt im ersten Akt der Oper Carmen geht es zu einem Wahrzeichen der Stadt: dem Torre del Oro - dem Goldturm am Ufer des Guadalquivir - und weiter zur Stierkampfarena von Sevilla, die am gestrigen Tage einen der kämpferischen Höhepunkte der Saison erlebte. Leider ohne uns: Zum einen wegen des miserablen Wetters, zum anderen aufgrund der Wahrscheinlichkeit, dass trotz eines Fassungsvermögens von 14.000 Zuschauern wohl keine Karte im freien Verkauf mehr zu bekommen gewesen wäre.

Die Kathedrale, das viertgrößte Gotteshaus der Christenheit, überstrahlt mit ihrer gigantischen Größe die Innenstadt von Sevilla und stellt den für uns viel interessanteren Alcazar der alten arabischen Herrscher in den Schatten. Leider hat dieser Montags geschlossen und so bleiben uns von diesem Gebäude nur die Bilder in unserem Reiseführer. Sehr bedauerlich, weil die arabischen Paläste immer ein wundervolles Flair von tausend und einer Nacht ausstrahlen und für uns Mitteleuropäer einen einzigartigen Einblick in die für uns fremde Kultur ermöglichen. 

In den engen Gassen des Viertels von Santa Cruz überfällt uns dann der Hunger, gepaart mit dem Gefühl der Durstes - diesmal nicht nach Kultur, sondern nach irdischeren Getränken. Wir finden eine gemütliche kleine Tapas-Bar und lassen uns Tellerchen nach Tellerchen mit den Leckereien der spanischen Küche bringen: Serrano-Schinken, iberischer Käse, frittierte Kartoffel-Schinken-Röllchen und immer wieder ein Schälchen mit Oliven. Dazu ein kühles Gläschen mit Sangria für mich bzw. Vino blanco für Petra. Erst eins, dann zwei, dann drei ... und dann wechseln wir die Örtlichkeit und kehren ein in die nächste Tapas-Bar. Zu leckerem, alten Queso Manchego passen optimal ein oder zwei Gläschen Sangria und in ausgelassener Stimmung geht es auf in die dritte Bar. Was soll's, draußen regnet es bereits schon wieder und die spanische Kultur besteht ja nicht nur aus Bauwerken ...

Und dann stört der Regen auch gar nicht mehr so sehr, als wir noch einen langen Spaziergang durch den Parque de Maria Louisa machen, bevor uns unser Bus um 18:30 Uhr wieder abholt und zurück zum Campingplatz bringt. Auf die abendliche Flasche Wein verzichten wir heute Abend!


zurück