Von Minnesota - Minneapolis nach South Dakota zu den Badlands ...

Samstag, 24. Juli 2004

Die Mall of America in Minneapolis


Klaus:
Nicht unbedingt groß am Interstate ausgeschildert, aber trotzdem sehr sehenswert - die "Mall of America" in Minneapolis. Nach drei Wochen Wildnis, unterbrochen nur von Einkaufsorgien im Lebensmittelgeschäft, ist das größte Einkaufscenter Amerikas (über 400 Geschäfte und Restaurants unter einem Dach) einfach ein Pflichtbesuch. Im Inneren befindet sich ein großer Vergnügungspark mit mehreren Achterbahnen und Fahrtattraktionen, doch am schönsten sind die ganzen Läden mit herrlich amerikanischem Kitsch: haufenweise Weihnachtsdörfer (aber richtig schöne), Weihnachtskrippen wahlweise mit Bären, Nilpferden oder Katzen als Jesuskind, haufenweise T-Shirts (wobei das mit der Mückenplage am besten zu uns gepasst hätte), Bären im Kanu, auf Schlittschuhen, lesend oder - besonders schön - am Lagerfeuer mit Marshmallows. Oder der Laden für den Hundefreund: Harley-Ledermützen für den Hund, Cockerspaniel als Engel für den Weihnachtsbaum und - der absolute Reißer - ein Kauknochen, der, wenn der Hund ihn im Maul hat, wie ein riesiger Kussmund aussieht und dabei ein lachendes Geräusch von sich gibt. Aber wir können alle Verwandte und Bekannte beruhigen, leider reicht der Platz im Auto einfach nicht aus, um etwas einzukaufen. Es bleiben also alle vor besonders "originellen" Weihnachtsgeschenken verschont.


KOA-Camping Minneapolis Southwest
Samstag, 24. Juli 2004

Sonntag, 25. Juli 2004

Die Friedenspfeife rauchend meilenweit vorbei an Maisfeldern


Petra:
Die Nacht war kalt, daher ist am Morgen unsere Bank draußen so nass, dass wir das Frühstück auf später verschieben. Da wir seit Wiedereintritt in die USA die Uhr um eine weitere Stunde zurückstellen konnten, fällt uns das frühe Aufstehen noch leicht und so sind wir früh unterwegs und fahren auch bald den ersten großen Supermarkt zum Großeinkauf an. Mit vollem Kühlschrank und leerem Bauch fährt es sich bekanntlich schlecht, so halten wir gleich neben dem Supermarkt an einem herrlich angelegten Park und frühstücken ausgiebig.

Derart gestärkt machen wir Meile um Meile, wir müssen ja jetzt die USA durchqueren - zwar mit einigen wirklich reizvollen Unterbrechungen, aber zwischenzeitlich "fressen" wir Meilen.

In Pipestone machen wir halt am Pipestone National Monument. Hier befinden sich Steinbrüche, aus denen heute noch die Indianer im 1000 Meilen Umkreis ihre Friedenspfeifen herstellen. Wie in allen Parks und Monuments, ist auch hier ein Weg liebevoll angelegt und so wandern wir diesen entlang und lernen die Steinbrüche und das heiliges Land sowie das Orakel der Indianer kennen. Im angrenzenden Visitorcenter staunen wir über die kunstvoll hergestellten Pfeifenstücke und sind beeindruckt.

Danach klettern wir wieder in unseren Bus und nehmen uns die nächsten Meilen vor, bis wir den Lake Vermillion State Park aufsuchen. Die State und National Parks haben die reizvollsten Stellplätze, wenn man darauf achtet, dass der Park über Duschen verfügt, so kann man herrliche Campingplätze finden. Heute haben wir Glück. Direkt am See, einsam und weit entfernt vom nächsten Nachbarn, stehen wir dort traumhaft schön. Wir genießen einen herrlichen Ausblick, ein leckeres Abendessen (mex. Tortillas), beobachten die Streifenhörnchen und erleben einen romantischen Sonnenuntergang und den See in Abenddämmerung. Abends liegen wir bei geöffneter Tür im Bett und beobachten den Sternenhimmel ...


Friedenspfeifen der Indianer - heute noch werden sie aus dem Steinbruch in Pipestone hergestellt


unterwegs ...

... Maisfelder, soweit das Auge reicht


Lake Vermillon State Park Campground
Sonntag, 25. Juli 2004

Montag, 26. Juli 2004

Beeindruckendes schlechtes Land



Corn Palace in Mitchel


Cowboy Klaus reitet ...


... durch die Prärie

Petra:
Endlich - nach fünf Wochen erreichen wir das Amerika, wie ich es mir landschaftlich vorgestellt habe. Nachdem wir die Seen verlassen haben, beenden wir auch unsere tagelange Fahrt durch das platte Land vorbei an Maisfeldern und weiteren Maisfeldern. Mit der Überquerung des Missouri sind wir urplötzlich inmitten hügeliger Graslandschaften, die an Wildwest und Cowboys erinnern. Sogleich lässt sich Klaus durch die Landschaft inspirieren und wird in alte Bonanza Zeiten versetzt. Laut singend reitet er unseren VW-Bus die Prärie entlang. 

Am Morgen besuchen wir den Corn Palace in Mitchel, dessen Fassade jedes Jahr mit Maisstroh und -kolben neu dekoriert wird. Sieht der Palast auf Fotos schon ganz nett aus, so ist er in Wirklichkeit natürlich viel besser und super interessant. Sowohl außen als auch innen wird er mit 12 verschieden farbigen Maissorten alljährlich nach einem speziellen Motto dekoriert. 

Anschauen macht hungrig und so fahren wir Popcorn mampfend weiter den Highway entlang - mit bisher noch nicht erreichten 75 Meilen/h = 121 km/h. So können wir endlich Strecke machen. Das ist heute auch nötig, unser nächstes Ziel liegt noch einige Meilen entfernt. 

Unterwegs erreichen wir bereits die dritte Zeitzone, nun sind wir nicht wie am Anfang unseres USA-Aufenthaltes nur 6 sondern 8 Stunden hinter Deutschland zurück!

Wir erreichen den Badlands National Park gegen Mittag. Inzwischen klettert das Thermometer unaufhörlich bis über 40° C! Unerschrocken wie wir sind, machen wir uns trotz der Hitze auf eine einstündige Erkundungswanderung durch das "schlechte Land" und fahren danach über den Highway, der quer durch den Nationalpark führt.

 Eine beeindruckende und bizarre, unfruchtbare und schwer zugängliche Mondlandschaft empfängt uns und hält uns in ihren Bann. Der Nationalpark ist riesig und daher führt gleich ein Highway durch die farbenfrohe durch Erosion entstandenen Felsformationen. Viele Aussichts- und Haltepunkte unterwegs laden zum Staunen und Fotografieren ein, die Klaus natürlich ausgiebigst nutzt und unzählige Fotos schießt. 

Zum Abschluss fahren wir noch einen Abstecher und finden uns inmitten einer Büffelherde wieder. Wir besichtigen eine "prairie dog town" - Erdhörnchen, die wegen ihres Gebells den Namen Präriehund bekommen haben. Nach insgesamt 4 Stunden verlassen wir begeistert den Park.  

Am Ende des Parks befindet sich Wall Drug, der größte und kurioseste Drugstore der Welt. Hier bekommen Truckfahrer (und alle anderen natürlich auch) kostenloses Eiswasser und Kaffee für nur 5 Cent. Das ganze ist in Wildwest-Art aufgebaut und heute natürlich eine Touristenattraktion. Wir quartieren uns auf den Campingplatz im Ort ein, schlendern durch die kleinen Läden und gönnen uns ein leckeres Abendessen im Cactus Lodge. In der Nacht raubt uns die Hitze zwar den Schlaf, aber egal, es war ein herrlicher Tag!


Sleepy Hollow in Wall
26. Juli 2004


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