Baltimore ...


Donnerstag, 24. Juni bis Sonntag, 27. Juni 2004

Vier unfreiwillige Tage Aufenthalt in Baltimore 

Klaus:
Es tut mir ja schon ein bisschen leid, dass wir Petras Geburtstag nicht feierlicher begehen können, als mit einem Frühstück im Coffeeshop. Doch der letzte Tag in New York ist mit unserem Transfer nach Baltimore verbunden und das heißt, all unser Gepäck will zum Bahnhof gewuchtet werden und dort müssen wir den richtigen Zug erwischen, der uns nach Baltimore bringt. Ganz interessant für uns hastige Deutsche ist die Abfertigung am Bahnhof: Man wartet mit allen Reisen in einem großen Warteraum bis der Zug aufgerufen wird. Erst dann bekommt man das Gleis mitgeteilt, auf dem der Zug einfährt und kann dann relativ gemütlich mit seinem ganzen Gepäck über die Rolltreppe den Bahnsteig erreichen, um wie im Flieger einzuchecken. Auch die Züge sind nicht mit den deutschen Zügen zu vergleichen: amerikanische Züge sind pünktlich, haben extrem viel Platz, sind gut klimatisiert und vor allen Dingen sehr sauber.

Als ich von unserem Hotel in Baltimore die Rederei kontaktiere, bekomme ich den Hinweis, dass das Schiff mit unserem Auto nicht wie geplant im Hafen angekommen ist und wir erst am nächsten Morgen mit einem definitiven Termin für die Auslieferung rechnen können. Na, was für eine tolle Geburtstagsüberraschung. Dabei haben wir uns doch schon so darauf gefreut, dass wir ab morgen wieder in unserem Auto unterwegs sein werden.

Die Befürchtung von Donnerstag wird dann am nächsten Morgen bestätigt. Auslieferung des Autos ist erst am Montag, denn am Wochenende arbeitet die Agentur nicht. Wenigstens haben wir die Sicherheit, dass die Atlantic Conveyor schon im Hafen von Baltimore liegt. Da aber unser Auto ganz unten im Bauch der Schiffes verladen ist,  besteht keine Chance, es schon heute zu bekommen. Also verlängern wir das Hotel für drei weitere Nächste und belasten unsere Urlaubskasse mit 400 $, die so leider nicht eingeplant waren.

Zum Ausgleich werden wir dafür mit herrlichem Wetter belohnt: Über 30 Grad im Schatten, dazu ein frischer Wind am Wochenende, der die extreme Schwüle vom Freitag davon weht. Wir lernen intensiv die wunderschöne Hafenstadt Baltimore kennen, erstehen unsere erste Kundenkarte für einen amerikanischen Supermarkt, verbringen lange Zeit im erfrischenden Hotelpool und holen uns einen höllischen Sonnenbrand, als wir am Sonntag viele Stunden am Hafen liegen und lesen. Auch meine Erkältung, die ich mir wohl von der Klimaanlage in New York geholt habe, befindet sich wieder auf dem besten Wege der Besserung und so warten wir voll Elan auf unser Auto, das wir morgen früh im Hafen abholen werden. Hoffentlich hat es die große Überfahrt unbeschadet und vollständig überstanden - wir sind ganz gespannt!


Am Bahnhof von Baltimore


Unser Hotel "Best Western" in Baltimore


Traumhaft gelegen ...


... der Inner Harbour von Baltimore ...


... mit dem einzigen Schiff, dass den Angriff auf Pearl Harbour überlebt hat.


Montag, 28. Juni 2004

Unser Auto ist weg!


Endlich!


Wagenpacken auf dem Hotelparkplatz


www.capitolkoa.com
Montag, 28. Juni 2004

Klaus und Petra:
Endlich - heute holen wir unser Auto ab. Bereits um 7:45 Uhr brechen wir nach einem weiteren katastrophalen Frühstück von unserem Hotel in Richtung Hafen auf. Erstaunlich schnell und reibungslos schaffen wir die Abwicklungen sowohl beim Broker als auch beim Zoll, bis wir an die Stelle kommen, wo man uns unser Auto aushändigen soll. Nach endloser Warterei treffen wir auf den Typ Amerikaner, die man beim besten Willen nicht verstehen kann, der uns zu einer Ecke im Hafen schickt, wo unser Auto stehen soll, was es aber nicht tut! Unser Auto ist weg!!
Bei Klaus machen sich erste Anzeichen von Nervosität (und Panik) bemerkbar. Nachdem sich endlich jemand bereit erklärt hat, sich unser anzunehmen, was bei einer Arbeitsverweigerungstaktik schon eine Kunst ist, findet sich nach einigem Suchen zum Glück unser Auto wieder! Mehrer Steinbrüche fallen von unseren Herzen! Neben riesigen Baumaschinen steht unversehrt unser Bus - welch eine Wiedersehensfreude! Nur unser kleiner Abenteuerschlumpf ist weg, sonst ist alles noch an seinem Platz (im Nachhinein - gut (zwischenzeitlich - sehr schlecht), dass wir uns die teure Seetransportversicherung gespart haben).
Am Hotel zurück wird unser Hab und Gut für das nächste halbe Jahr verstaut. So, jetzt nur noch Lebensmittel einkaufen und dann nichts wie los - ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten aufbrechen!


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