< Petra und Klaus - unterwegs auf Abenteuertour

Carlsbad Caverns und Guadalupe Mountains National Parks  ...



Dienstag, 26. Oktober 2004

Berge von innen und außen

Klaus:
Wir verlassen sehr früh unseren ungastlichen Campground und fahren zu den Carlsbad Caverns, wo wir die Zeit vor Öffnung der Höhlen bei einem intensiven Frühstück mit herrlicher Aussicht genießen. Danach geht es über den Natural Entrance hinab in eine Wunderwelt, die mich im Vergleich mit einem Bauwerk aus menschlicher Hand noch am ehesten an die Alhambra in Granada erinnert. Kalziumbikarbonat hat hier für eine Architektur aus hängenden Säulen, steinernen Vorhängen und filigranen Kanzeln gesorgt, mit kleinen Kapellen, riesigen Kreuzbögen und Altären. Durch den Big Room, der größten Einzelhöhle der westlichen Hemisphäre, wandern wir alleine über eine Stunde, bevor wir wieder - diesmal mit dem Aufzug - die Fahrt zurück an die Erdoberfläche antreten.

Gerade mal 30 Meilen weiter geht es dann zu einer schönen Herbstwanderung durch den Guadalupe Mountains National Park, der im Moment durch seine intensive Blattfärbung Besucher von Nah und Fern anzieht. Da der Parkranger uns auf unserer Tour begleitet, bekommen wir neben dem eindrucksvollen Bergpanorama auch noch viele Hintergrundinformationen zum Beispiel zu einzelnen Bäumen oder zum Angriffsverhalten von Klapperschlangen geliefert.

Am Abend bekommen wir dann wieder einmal die Gesetzestreue der Amerikaner vor Augen geführt: Wir haben uns auf dem Campground im National Park den falschen Platz ausgesucht - wir sind kein Zelt, sondern ein Wohnmobil. Also müssen wir nach dem Abendessen auch noch unseren Stellplatz wechseln, daher erstmalig zwei Bilder vom Campingplatz:


Campground im
Guadalupe Mountains National Park
Dienstag, 26. Oktober 2004
Teil 1 ...



... und Teil 2!


Carlsbad Caverns: Ein riesiges Höhlesystem ... 


... mit gigantischen Kunstwerken der Natur ...


... aus dem banalen Baustoff Kalziumbikarbonat.


Im Anschluss eine Herbstwanderung ...


... durch den Guadalupe Mountains National Park

Mittwoch, 27. & Donnerstag, 28. Oktober 2004

Von Taranteln, Indianern, einer Mondfinsternis und einer Harleyfahrt


Indianersommer


Van Horn KOA
Mittwoch & Donnerstag, 27. & 28. Oktober 2004


Mit über 100 Meilen/Std. geht es mit Dogwolf ...


... über den amerikanischen Highway.

Klaus:
Was für zwei Tage! Erst treten wir bei unserer heutigen Wanderung zum Devil's Hall fast auf eine Riesentarantel, lernen abends auf dem Campingplatz einen echten Apachen kennen, der uns auf seine Flöte Indianerlieder vorspielt, erleben eine absolute Mondfinsternis mit und haben am nächsten Tag das Vergnügen auf der Harley Davidson von Dogwolf über den Highway zu jagen.


Absolute Mondfinsternis am 27. Oktober 2004 über Texas

Bilder von der Tarantel darf ich nicht ins Internet stellen - Petra hat mir das strengstens verboten, aber dafür zwei Fotos, die uns beide auf der Harley zeigen. Was war das für ein Erlebnis: Der Sound der schweren Maschine klingt einem in den Ohren, mein Haar weht im Wind (naja ...) und das alles - wie in Amerika üblich - ohne Helm.

Durch Zufall haben wir gestern Abend auf dem Campingplatz Dogwolf und seine Frau kennen gelernt. Wir sind nach dem Abendessen noch ein bisschen über den Campingplatz geschlendert und haben staunend vor einem Ungetüm von Wohnmobilanhänger angehalten (ca. 12 m lang). Der Besitzer spricht uns an, macht alle Türen seines Wohnmobils auf und sagt, wir sollen uns ruhig drinnen alles in Ruhe anschauen, er und seine Frau würden derweil weiter draußen zu Abend essen. Wahnsinn, so ein Vertrauen gegenüber Wildfremden! Wir sitzen später noch eine ganze Weile draußen beisammen und unterhalten uns. Dabei stellt sich heraus, dass Dogwolf ein echter Apache ist, aktiv bei Pow Hows mitmacht und auch aussieht, wie ein echter Indianer: lange Haare, Stirnband und zerfurchtes Gesicht. Wir erfahren etwas über das Leben im Reservat, warum er traurig ist, dass seine 5 Kinder und 15 Enkelkinder in der Stadt leben und die Sprache und Kultur der Indianer nicht so weiter leben wie er das tut. 

Was wird das für ein Abend. Ursprünglich wollen wir in Ruhe grillen, ein Döschen Bier dazu trinken und den Abend dann gemütlich im Bus ausklingen lassen. Stattdessen besucht uns unser Indianerfreund Dogwolf mit zwei Sixpacks Warsteiner Pils unter dem Arm und der Abend wird ausgelassen gefeiert mit interessanten Gesprächen, Indianermusik und später auch noch begleitet durch unsere leider nur schwer verständlichen Zeltnachbarn aus Kansas (Mr. Hot-Potatoe-in-the-Mouth). 

Interessant ist nicht nur Dogwolfs humoristische Geschichte, wie der Kojote zum Heulen kam, sondern auch seine Erklärung, warum er als Indianer so stolz darauf ist, für Amerika im Vietnam Krieg gekämpft zu haben: Dadurch wurde er in den Augen seines Stammes zu einem Krieger, auf den man stolz ist. Für den amerikanischen Staat hat er es auf jeden Fall nicht gemacht! Und besonders nicht für George W.!


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