Chiricahua und White Sands National Monuments  ...



Freitag, 22. & Samstag, 23. Oktober 2004

Weiter geht es Schlag auf Schlag

Klaus:
"Man streitet darüber, ob Wyatt Earp eher ein Held oder Gesetzesbrecher war. Fest steht, dass er in Wichita und Dodge City erste Erfahrungen als Sheriff sammelte, ehe er in Tombstone für Ruhe und Ordnung sorgte. Dort kam es 1881 zum mehrfach verfilmten Gunfight at O. K. Corral. Wyatt Earp erledigte damals zusammen mit seinen Brüdern und dem Trunkenbold Doc Holiday drei seiner Gegner des verbrecherischen Clanton Clans." So steht es in unserem Reiseführer und jetzt stehen wir mitten auf der Allen Street, schlendern vorbei am O. K. Corral und erleben die alte Westernzeit in einer etwas schrägen Vorführung, die uns nicht gerade von den Sitzen haut. Interessant ist aber, dass wir vor einigen Tagen noch in den Old-Tucson Studios waren, in denen der Film "Tombstone" gedreht wurde.

Ein weiter Umweg führt uns wider Willen nach Bisbee - Folge der schlechten Straßenbeschilderung -, wo wir einen Blick in das Riesenloch der Lavender Copper Mine werfen.

Einer sehr kalten Nacht im Chiricahua National Monument folgt herrliches Wanderwetter für eine lange Tour durch die skurril geformten Felsskulpturen. Folgen eines Vulkanausbruchs vor 27 Millionen Jahren, der in einem Umkreis von 3.100 qkm seine Asche ablagerte, die durch die Kräfte von Eis und Wasser im Laufe der Zeit zu Felsformationen mit Namen wie "Big Balanced Rock", "Pinnacle Rock" oder auch "Duck on a Rock" und "Camel" hervorbrachte. 

 
Bizarre Felsformation im Chiricahua National Monument ...

 
... verschaffen immer wieder neue Durchblicke.



Tombstone - "The Town Too Tough To Die"


Das Riesenloch der Lavender Copper Mine in Bisbee


Bonita Canyon Campground im 
Chiricahua National Monument
Freitag, 22. Oktober 2004


50 abenteuerliche Kilometer Schotterpiste bringen uns zum ...


... Lordsburg KOA in New Mexico
Samstag, 23. Oktober 2004


Sonntag, 24. & Montag, 25. Oktober 2004

Tiefschnee in New Mexico?


Über tief verschneite Straßen ...


... fahren wir zu herrlich gelegenen Picknickplätzen ...


... lassen den Blick in die Ferne schweifen ...

 
... und tollen barfuss über die Hügel ...


... was alles nur geht, weil wir nicht im Schnee, sondern in den Gipsdünen des White Sands National Monuments sind.


Campground im Oliver Lee Memorial State Park
Sonntag, 24. Oktober 2004

Klaus:
Unser Wagen zeigt wieder deutlich mehr von seinen Pferdestärken, seitdem wir neben dem Öl- und Reifenwechsel jetzt auch den Luftfilter ausgetauscht haben. Aber wie immer, ist das alles nicht so einfach. Nicht nur, weil ich den halben Motor ausbauen muss (leichte Übertreibung!), um an den Luftfilter zu kommen, sondern vor allen Dingen, weil Ersatzteile für unser Auto hier nur sehr schwierig zu bekommen sind. Der VW-Bus (bzw. VW-Eurovan) ist zwar ein durchaus bekanntes Auto, doch die Version mit Dieselmotor wurde nie in den USA verkauft. Eigentlich kaum zu verstehen, wenn man sieht, wie begeistert alle Amerikaner immer von unserem Diesel-Van sind.

Der heutige Tag führt uns in ein besonderes Naturwunder. Was auf den ersten Blick wie blütenreiner Schnee in der Sonne glitzert und uns trotz Sonnenbrillen blendet, was einen automatisch vorsichtiger fahren lässt, damit wir auf der glatten Straße nicht ausrutschen, was den Eindruck erweckt, wir würden an einem sonnigen Frühlingstag durch die Weiten Alaskas fahren, entpuppt sich als eine Wüste aus schneeweißem Gipssand, die hier - wie schon bei vielen Landschaftssehenswürdigkeiten zuvor - von der Natur im Laufe von Millionen Jahren erschaffen wurde durch Gipsablagerungen eines Flusses, der nie ins Meer mündete und so in diesem Tal durch kontinuierliche Verdunstung eine Wüste aus reinem Gips hinterließ.

Es macht riesigen Spaß, die steilen Dünen zu erklimmen oder die halsbrecherischen Abhänge hinunterzulaufen, über unberührte Sandfelder zu laufen und in der Sonne zu sitzen. Wie schön, dass wir hier auf unserer Reise immer wieder die Gelegenheit haben, solch faszinierende Gegenden aus der Nähe zu erleben, sie mit dem Auto und zu Fuß zu erforschen!

Welche Rolle spielt es da, dass das White Sands National Monument aus dem riesigen White Sands Raketenversuchsgelände herausgeschnitten wurde, in dem im Jahre 1945 die erste Atombombe zu Testzwecken gezündet wurde. Oder vielleicht doch nicht? Auf jeden Fall strahlen wir bei unserem Aufenthalt sowohl äußerlich, als auch innerlich. Woran mag das bloß liegen?

Während wir dann am Abend auf einem herrlichen Campingplatz im Oliver Lee Memorial State Park stehen, bekommen wir am nächsten Tag wieder einmal vor Augen geführt, was einen erwarten kann, wenn man sich bei privaten Campingplätzen nicht auf die bewährten KOA-Campgrounds verlässt (die leider nicht überall flächendeckend vorkommen): oll, versifft und dreckig trifft es uns in Whites City an, dem Eingangstor zu den größten zugänglichen Höhlen der Welt - den Carlsbad Caverns. Ach hätten wir doch nur vorher im State Park am Brantley Lake übernachtet ...


Note 6 für den Best Western RV-Park in Whites City
Montag, 25. Oktober 2004


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