Mount Rushmore, Custer State Park, Devils Tower und Cody ...



Dienstag, 27. Juli bis Samstag, 31. Juli 2004

Mount Rushmore und anschließend Urlaub im Custer State Park
Petra:
Hier in South Dakota geht es Schlag auf Schlag. Wir besuchen Mount Rushmore, das neben der Freiheitsstatue in NY zu den bekanntesten Monumenten der USA zählt. Schon auf der Hinfahrt sind die vier Staatsköpfe zwischen den Felsen zu sehen. Das Wetter spielt mit und gibt uns einen atemberaubenden Blick auf das wohl einmalige Schauspiel:

 
Die Präsidenten Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln - von nah und fern zu sehen

Im Andenkenladen kaufen wir uns - man darf es keinem erzählen - eine kleine Deutschlandfahne, die wir vorne von innen ans Fenster machen. Wir werden so häufig auf unser Nummernschild angesprochen, das hier kein Mensch kennt. Nun hoffen wir mit der Fahne eine weitere Hilfestellung auf unser Herkunftsland geben zu können. Außerdem fühlen wir uns neben den beflaggten Amis dann nicht mehr so nackt. 

Danach fahren wir weiter zum Custer State Park in den Black Hills. Ein riesiger State Park, der durch seine hier lebenden Tiere bekannt ist. 

Wir fahren den Needles Highway - der seinen Namen den spitzen Felsen am Wegesrand und Umgebung zu verdanken hat. Unterwegs fängt es an zu regnen und das Thermometer stürzt über 20°C tief. Da im State Park alle Campingplätze heute bereits belegt sind, fahren wir nach Custer und sichern uns auf dem dort liegenden KOA-Platz eine Übernachtung. Nach dem frühen Abendessen klart der Himmel wieder auf und wir fahren den Wildlife Loop, auf dem man während der frühen Morgen- oder in den Abendstunden Tiere sehen kann. Gesagt - getan. 
Im State Park trabt der erste Büffel am Straßenrand und ich bekomme ihn vor lauter Aufregung nicht richtig vor die Linse. Unterwegs sehen wir Bergziegen, Rehe, Weißwedelhirsche, Pronghorns (ähnliche Tiere wie Gämse), Präriehunde, Hasen und fahren bei Anbruch der Dunkelheit noch durch eine große Büffelherde, die gemütlich über die Straße schlendert.

Nach einer kalten Nacht besuchen wir die Jewel Cave, ein Höhlensystem mit bisher 120 Meilen erforschten Gänge. Man geht hier aber von einer wesentlich größeren Fläche als die bisher entdeckte aus. 

Wir beschließen kurzentschlossen, zurück in den Custer State Park zu fahren und dort nach einem Campingplatz zu schauen. Wir haben Glück und finden einen Stellplatz, der einem das Herz höher schlagen lässt: mit Blick auf eine Wiesenfläche, auf der sich die Bergziegen sonnen, nur von einem kleinen Bach mit Schilf von uns getrennt. So buchen wir erst einmal für zwei Nächte und machen uns auf eine kleine Wanderung entland der Grace Coolidge Walk-In Fishing Area. Abends sitzen wir endlich mal wieder gemütlich am Lagerfeuer und warten auf die Büffel, die heute aber nicht mehr vorbeischauen. Passend zum Custer State Park isst Klaus heute sein erstes Büffelsteak, das - nach seinen Worten zu urteilen, seine 8 Dollar auf jeden Fall wert ist.


Grace Coolidge Area im Custer State Park, 
Mittwoch, 28. Juli - Samstag, 31. Juli 2004
www.CusterStatePark.info

Es wird die kälteste Nacht, seit wir in den USA sind. Aber am Morgen lacht schon wieder die Sonne und wir sitzen bereits mit kurzen Hosen am Frühstückstisch. Wir machen endlich mal eine längere Wanderung über 3,5 Stunden zum Harney Peak, dem höchsten Berg der USA östlich der Rocky Mountains. Eigentlich wollen wir noch einmal den Wildlife Loop fahren und Büffel schauen, aber es gibt ein ordentliches Gewitter und wir machen es uns in unserem Bus gemütlich.


Wanderung zum Harney Peak ...


... im Custer State Park in den Black Hills


Esel auf der Suche nach Leckereien



Fahrt durch den Needles Highway


Custer/Mt. Rushmore KOA-Camping
Dienstag, 27. Juli 2004


Fahrt durch den Wildlife Loop ...


Büffel am Straßenrand


Pronghorns



Wir hängen noch zwei Urlaubstage im Custer State Park an. Tagsüber ist es unglaublich heiß und wir wandern zum See, wo wir uns für zwei Stunden in die Sonne hauen, bevor wir wieder eine Stunde zum Campingplatz zurückwandern. Gegen Abend fahren wir nochmals den Wildlife Loop und erleben noch mehr Tiere als beim letzten Mal, stehen mit unserem Auto mitten in einer Büffelherde, die Esel stecken ihren Kopf auf der Suche nach Essbarem durch unser Autofenster und selbst die Prairie dogs lassen sich heute von uns füttern.

Am nächsten Tag hängen wir faul auf unserem Platz herum und lassen uns in der Sonne braten, bis wir am Nachmittag in den Schatten ausweichen. Abends sitzen wir gemütlich am Lagerfeuer und Klaus hat sich zur Feier des schönen Tages mal wieder eine Zigarre gegönnt ...

Klaus:
Schade, es geht schon wieder weiter. Uns beiden haben die letzten 4 Tage im Custer State Park richtig gut getan. Ich glaube, nur jemand der schon mal so lange wie wir an einem Stück unterwegs war, kann verstehen, wie sehr man sich irgendwann danach sehnt, längere Zeit an einem Ort zu bleiben. Eine gewohnte Umgebung vorzufinden, in einem bekannten Geschäft einzukaufen, einen Wanderweg auch zweimal zu gehen und abends an den gleichen Platz zurückzukehren und nicht nach einem neuen Campingplatz zu suchen.


Sonntag, 1. August und Montag, 2. August 2004

Wenn es regnet, ohne dass der Regen den Boden erreicht ...

... dann kann man nur in Wyoming sein! Doch davon später mehr.

Klaus:
Vom Custer State Park erreichen wir recht schnell Deadwood, eine alte Goldrausch- und Minenstadt mit authentischen Fassaden und nostalgischen Kneipen im Westernlook. Doch uns zieht es bei fast 40 Grad im Schatten nicht zum Black Jack und Poker in die zahlreichen Zockerbuden, sondern in ein gut gekühltes Restaurant, wo wir einen saftigen Büffelburger genießen. 

Wir verlassen South Dakota, kommen nach Wyoming und suchen wie bei jedem Übergang in einen neuen Bundesstaat erst einmal das Visitor Center auf, wo wir nicht nur mit Unmengen Infomaterialien, sondern auch mit umfangreichen Empfehlungen bedient werden (was im Endeffekt übrigens dazu führt, dass wir doppelt solange in Wyoming bleiben, als ursprünglich vorgesehen - muss also eine recht gute Beratung gewesen sein). 

Nun sind wir also im Cowboyland - wovon auch die Nummernschilder zeugen: ein Cowboy auf wildem Mustang sowie der Devils Tower. Und genau zu diesem Devils Tower führt unser erster Weg. Es handelt sich bei dem "Teufelsturm" um den erkalteten Kern eines früheren Vulkanes, ein Klotz aus Säulenbasalt, der sich 270 m über die Umgebung erhebt. Viel interessanter ist natürlich die Interpretation als Landeplatz von Außerirdischen. Im Kino war der Devils Tower zwar in dieser Funktion in der "Unheimlichen Begegnung der dritten Art" zu sehen, doch uns kommt bei der Umrundung kein grünes Männlein mit Antennen auf dem Kopf entgegen. Gewundert hätte einen diese Halluzination jedoch nicht - immerhin ist es mit 40 Grad im Schatten wieder extrem heiß. Wie schön, dass wir auf unserem Campingplatz am Fuße des Devils Tower einen großen Swimmingpool haben!

Doch das Leben ist nicht nur Zuckerschlecken: nach einem gemütlichen Abend mit Grillen auf dem offenen Feuer und gerösteten Marshmallows heißt es am nächsten Morgen früh aufstehen. Große Wäsche ist angesagt - immerhin vier Maschinen warten darauf, gewaschen und getrocknet zu werden. Doch um 11:00 Uhr sind wir schon mit allem fertig und können unsere Tour fortsetzen. Fast 500 Kilometer führen uns durch karge, trockene und trostlose Wüstenlandschaft, die sich erst mit der Überquerung der Bighorn Mountains ändert.

Auch das Wetter ändert sich schlagartig - so scheint es wenigstens. Der Himmel wir immer dunkler und dicke Regenwolken hängen schwarz über dem Land. Man sieht, wie dichter Regen fällt und immer wieder zucken Blitze über den Himmel. Und wir fahren genau in dieses Unwetter hinein! Doch, wo bleibt denn der Regen? Eigentlich müsste um uns herum alles unter Wasser stehen und die Scheibenwischer im Höchsttempo laufen. Aber die Straße bleibt trocken. Und immer tiefer fahren wir in den Regen hinein, wir können ihn genau vor uns sehen, doch es scheint - das ist wenigstens die einzige Erklärung, die ich für dieses Phänomen habe -, dass der Regen komplett in der Luft verdunstet, bevor er überhaupt die Erde erreichen kann. Faszinierend!

Wir machen einen Abstecher in den Bighorn Canyon und kommen dort zum Campingplatz auf einer Anhöhe im Wüsten-Bergland, den wir ganz für uns alleine haben: keine anderen Besucher und auch kein Platzwart. Es gibt hier zwar keine Dusche, aber das Waschhaus ist ganz o.k., also bleiben wir. Es stürmt hier so extrem, dass wir erstmalig darauf verzichten, unser Dachzelt aufzumachen. Trotz des Sturms machen wir hier zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal, ein herrliches Sparerib-Barbecue, müssen zum Essen jedoch in den Bus, weil uns sonst die Knochen vom Teller fliegen.


Das Crazy Horse Memorial ist das Gegenstück der Indianer zu Mount Rushmore und soll mal den Indianer "Crazy Horse" samt Pferd darstellen

  
Alles muss seine Ordnung haben ...
... besonders in einer Westernstadt wie Deadwood!


"Devils Tower" 
- der 270 m hohe, erkaltete Kern eines früheren Vulkans


KOA Devils Tower (Blick aus unserem Auto)
Sonntag, 1. August 2004
www.devilstowerkoa.com


Camping Horseshoe Bend im Bighorn Canyon 
National Recreation Area
Montag, 2. August 2004
www.nps.gov/bica




Dienstag, 3. August 2004

Echte Cowboys findet man nur in Wyoming

 
Der Bighorn Canyon


KOA Cody
Dienstag, 3. August 2004
www.codykoa.com


Besuch des Cody Nite Rodeo:
Einhändig auf einem wilden Mustang!

Klaus:
So eine Nacht wünscht man wirklich keinem. Wie schon geschrieben, stürmt es so stark, dass wir darauf verzichten, unser Dach zu öffnen. Man darf aber nicht davon ausgehen, dass es wegen des Sturmes auch kalt ist - nein es sind immer noch 26 Grad in der Nacht, was natürlich im Bus ohne offenes Dach und offene Fenster zu einem extremen Hitzestau führt, der uns das Schlafen fast unmöglich macht.

Wir sitzen also etwas gerädert am Frühstückstisch und machen unsere Planung für den Tag. Zuerst geht es zum Bighorn Canyon Overlook: An dieser Stelle hat sich der Fluss über 300 Meter tief in das Gestein hineingefressen und die Ränder fallen steil von oben hinab ins Wasser. Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass sich an diesen steilen, häufig senkrechten Felsen die Bighorns (Widder), welche diesem Gebiet den Namen gegeben haben, besonders wohl fühlen. Wir bekommen zwar kein Bighorn zu Gesicht, aber dafür teilen wir die Straße kurz darauf mit wilden Mustangs.

Cody wird mir persönlich immer aus zwei Gründen in Erinnerung bleiben: Nicht wegen Buffalo Bill, sondern zum einen wegen des völlig überteuerten Campingplatzes (40 Dollar die Nacht) und zum anderen, wegen des Rodeos, das wir am Abend besuchen. Wir erleben Mustang- und Bullenreiten sowie Kälberfangen live und sind beeindruckt, wie echte Cowboys mit Pferd und Lasso umgehen können. Nur als zu Beginn die amerikanische Nationalhymne gespielt wird und dafür alle aufstehen, muss Petra mich daran erinnern, dass wohl auch ich besser meine Kappe absetzten sollte - so ganz sind wir wohl noch keine Amerikaner!


zurück