Everglades National Park und die Keys ...



Montag, 29. November bis Freitag, 10. Dezember 2004

Und immer wieder heißt es: "Zum letzten Mal ..."

Klaus:
Wofür Factory-Outlets doch alles gut sind: Wir sind stolze Besitzer eines neuen Samsonite-Koffersets - was aber auch bedeutet, der Tag unserer Abreise ist nun tatsächlich nicht mehr weit. Nachdem die Koffer vom Hinflug direkt auf dem Hotelparkplatz von Baltimore in den Müll geflogen sind, brauchen wir jetzt was neues, um all die Sachen, die wir mit in die USA gebracht haben, aber auch, um all die Sachen, die wir hier neu erstanden haben, heil nach Hause zu transportieren. Das wäre nun auch geklärt - dem schrecklichen Flughafentransfer in London können wir also etwas beruhigter entgegensehen.

Kein Wunder, dass wir heute nach unserer ganzen "Erledigungstour" durch zwei Factory-Outlets, Lebensmittel-Supermarkt, Public Library und Tankstopp nicht weit kommen - 500 Dollar ärmer steuern wir schon kurz hinter Fort Myers den nächsten Campingplatz im Koreshan State Park an, wo wir - vielleicht zum letzten Mal - ein großes Lagerfeuer machen und - sicherlich zum letzten Mal - unsere weltbesten Spare-Ribs grillen.

Am Dienstag fahren wir dann mal wieder ein ordentliches Stück und durchqueren auf der Straße #41 Florida von West nach Ost. Immer entlang der Grenze zu den Everglades sehen wir nicht nur etliche große Wasservögel am Wegesrand, sondern bestimmt auch fast an die zehn Alligatoren, die sich neben der Straße am kleinen Kanal sonnen. Mein Spruch, man sieht hier fast so viele Alligatoren wie bei uns Kühe, scheint sich also zu bewahrheiten!

 
Weihnachtsschmuck an den Palmen Floridas "Let it snow"

Auf den Florida Keys angekommen, buchen wir uns für die folgende Woche fest auf einem Campingplatz mit schönen Stellplätzen und - vor allen Dingen - einem palmengesäumten Sandstrand nieder. Es ist richtig hochsommerlich und dass, obwohl wir mittlerweile schon Dezember haben. Am Morgen frühstücken wir in kurzen Hosen und T-Shirts, liegen tagsüber faul am Strand, baden zur Abkühlung im 23 Grad warmen Wasser und sitzen Abends bei Kerzenschein unter unseren drei Palmen am Strand und genießen in abwechselnder Reihenfolge Wein, Corona oder Sangria. Es geht uns also mal wieder saugut! Und jeden Morgen heißt es wieder: well, we've survived another night!

An einem Tag machen wir eine Tour nach Key West, immerhin ein Ausflug von 320 km und fahren entlang der alten Eisenbahnroute, die in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts von einer Straße ersetzt wurde und somit die Inselwelt der Keys untereinander verbunden hat. Lange Brücken überqueren das hellgrüne Wasser, Pelikane sind allgegenwärtig und schicke Wohnhäuser säumen die Küsten. Nur Sandstrände sieht man selten und wenn, dass sind sie meist künstlich angelegt. Die Duval Street in Key West lässt einen die nahe Karibik intensiv spüren: Raster-Men und bunte Holzhäuser lassen Südsee-Feeling aufkommen. Eine wohltuende Abwechslung in einem Land, wo Städte meist austauschbar scheinen in ihrer gleichförmigen Abfolge von Fastfood- und Supermarkt-Ketten, Autoläden und Werkstätten, Parks und Wohnhäusern.

Nach einem weiteren Sonnentag an unserem kleinen Privatstrand geht es für einen Tag in die Everglades. Wie man sieht, schaffen wir es doch nicht, einfach nur faul in den Tag zu leben, die Entdeckungstouren stecken uns mittlerweile so fest im Blut, dass wir doch immer wieder aufbrechen, um die nähere Umgebung zu erkunden ...

Dabei gehören die Everglades zu den Nationalparks, die sich - wie uns viele andere Touris bereits erzählt haben und was auch aus unserem Reiseführer rauszuhören war - nicht wirklich lohnen. Wir sehen zwar den ein oder anderen schönen Vogel, vier Krokophanten - aber das ist es dann auch schon. Ansonsten eine lange, gerade Straße, die man mit 55 Meilen entlangbraust, viele Mücken in Flamingo, die einen schnell wieder ins Auto treiben und noch nicht mal der Souvenirshop hat Aufregendes zu bieten. 

Damit haben wir nun also auch unseren letzten Nationalpark in den USA besucht. So wie mit einem Male alles zum letzen Mal wird: Die letzten Lebensmittel werden aufgebraucht, das letzte Brot gebacken, die letzte Straßenkarte weggeschmissen, der letzte Reisescheck aufgebraucht - schon irgendwie schade. Abends liege ich oft im Bett denke daran, dass auch damit bald Schluss ist. Ich lausche den Tieren, die man hören kann und bin traurig, dass wir unser enges Bett im Bus bald wieder gegen das breite zu Hause eintauschen müssen. Wir haben hier soviel entbehrt und doch so wenig vermisst. Ich habe Petra an meiner Seite, 24 Stunden am Tag - damit habe ich alles zum glücklich sein!


Liebe Frühstücksgäste


Nein, ich will noch nicht aufstehen ...


... es sei denn, um durch's Outlet zu bummeln!


Campground im Koreshan State Park
Montag, 29. November 2004
Beachtung wäre vielleicht noch dem halben Schwein zu schenken, das über meiner Schulter liegt und gleich auf dem Grill landet!


Inselhüpfen über endlose Brücken: die Florida Keys


Strand- und ...


... Badeurlaub


Campingplatz mit Meerblick
America Outdoors in Key Largo
www.aokl.com
Dienstag, 30. November bis Freitag, 10. Dezember 2004


Alligatoren in freier Wildbahn sowie ...

 
... Feuchtgebiete und Urwälder im Everglades National Park 



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