Küste von Oregon und Redwood National Park  ...



Mittwoch & Donnerstag, 18. & 19.  August 2004

Der Pazifik!

Klaus:
Wir haben es geschafft - um kurz nach neun am frühen Morgen erreichen wir die Pazifikküste, fahren mit dem Auto an den ersten Strand, steigen aus und wandern über den Sand zum eiskalten Wasser. Zwei Monate sind wir nun unterwegs, haben knapp 11.000 km zurück gelegt, auf fast 40 verschiedenen Campingplätzen gelebt, vier Zeitzonen überwunden und etliche Bundesstaaten durchquert. 

Hohe Wellen rollen an den dunklen Strand und dichter Nebel verhindert eine bessere Sicht. Erst als wir die Sea Lion Caves erreichen, bricht die Sonne durch die Wolken und gibt den Blick frei auf das Meer und die der Küste vorgelagerten Steinfelsen. Über einen Fahrstuhl fahren wir 200 Fuß tief durch den Felsen hinein in eine riesige Höhle auf Meereshöhe, die einen direkten Zugang zum Pazifik hat und im Winter und Frühjahr Hunderten von Seelöwen als Unterschlupf dient. Heute räkeln sich gerade mal drei von ihnen auf den Felsen im Dunkeln, doch draußen können wir dann von einer Aussichtsplattform Dutzende beim Sonnenbad und beim Herumtollen im Meer beobachten.

In den Oregon Dunes, einige Meilen weiter südlich, erfahren wir, wie beschwerlich es ist, im Laufschritt einen steilen Berg aus Sand zu erklimmen - so k. o. war ich noch nicht einmal nach meinem Halbmarathon im Juni. Während wir im strahlenden Sonnenschein vom Aussichtspunkt losgehen, erwartet uns am Meer erneut ein so dichter Nebel, dass wir kaum 50 Meter weit sehen können und glatt die Orientierung verlieren. Die hohe Luftfeuchtigkeit schlägt sich in unserer Kleidung und auf unserer Haut nieder, dazu bläst ein kräftiger und vor allen Dingen kalter Wind. Überhaupt ist es spürbar kälter geworden: Das Thermometer klettert nicht mehr über 20 Grad und aufgrund des Windes steigen wir wieder auf lange Hosen und Pullover um.


Unsere Kreativität kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, den Platz in unserem Bus zu optimieren:
Unser Bierdosen-Spender fasst genau 18 Dosen und wurde nicht von ungefähr in zeitlicher Nähe zur Leverkusener Bierbörse entwickelt!


Campground im Harris Beach State Park
Donnerstag, 19. August 2004



Der erste Blick auf den Pazifik!


Seelöwen bei den Sea Lion Caves


Spuren im Nebel


Campground im Sunset Bay State Park
Mittwoch, 18. August 2004


Impressionen von der Küste Oregons bei Tag ...


... und am Abend

Freitag, 20. bis Sonntag, 22.  August 2004

Die höchsten Bäume der Welt

 
Die Redwoods - über 100 Meter hohe Baumriesen, die bis zu 2000 Jahre alt sind!


Und nicht nur wir Menschen wirken im Vergleich winzig ...


... sondern auch unser Auto!
(eine verdammt kitzlige Durchfahrt durch einen gespaltenen Stamm, die nur wenige Zentimeter Platz zu allen Seiten ließ)


Stilgerechter Campingplatz mitten zwischen riesigen Redwoods:
Burlington Campground im Humboldt Redwoods State Park
Freitag, 20. August 2004


KOA Manchester Beach
www.manchesterbeachkoa.com
Samstag und Sonntag, 21. und 22. August 2004


Wie alle drei Wochen, große Wäsche im Hause Vierkotten
(wir umgehen ganz galant das Verbot eine Wäscheleine aufzuhängen, indem wir unseren eigenen "Trockenpavillon" aufbauen)

Klaus:
Die gigantischen Redwood Trees gelten als die größten und ältesten Lebewesen der Welt. Und was das in Natura bedeutet, erleben wir bei der Einfahrt in den Redwood National Park. Aus der Ferne wirken sie fast unscheinbar, halt wie große Tannen, doch wenn man näher herankommt, gar aussteigt und ein bisschen zwischen ihnen umherwandert, zeigen sich die wahren Dimensionen. Wie klein doch der Mensch im Vergleich zu diesen  Baumgiganten ist. Teilweise über 100 m ragen die Redwoods in den Himmel und lassen erst weit über uns die Mittagssonne erkennen. Als diese Bäume zu leben anfingen, befand sich die Welt in der Zeit des römischen Reiches. Ihren tausendjährigen Geburtstag feierten sie zur Zeit der Kreuzzüge, zur Entdeckung Amerikas waren sie schon rund 1700 Jahre alt und heute wandeln wir beide durch die letzten noch in Kalifornien vorhandenen Restbestände. Immer wieder machen wir halt, um Fotos zu schießen, und das, obwohl man nie eine Chance hat, einen kompletten Baum aufs Foto zu bekommen - wie man sehen kann, endet das also immer damit, dass man nur den unteren Teil des Stammes erkennen kann. Die Äste setzen erst relativ weit oben an und sind erstaunlich feingliedrig, das eigentliche Tannengeäst ist nicht größer, als bei einer herkömmlichen Fichte, die Zapfen nicht größer als eine Olive und der eigentliche Samen nicht größer als Tomatenkerne. Wie man sieht braucht es also nur ein paar Jahrhunderte Zeit, damit so ein Baum richtig wachsen kann - ich werde mal ein paar Samenkörner zu Hause in unserem Gärtchen versenken ...

Wie schön, dass wir den Abend dann so stilvoll auf einem Campingplatz mitten zwischen Redwood Bäumen beschließen können. Neben unserem Stellplatz ist der ausgehöhlte Stamm eines abgestorbenen Baumes - mit ein bisschen gutem Willen würden wir darin unseren Campingtisch und zwei Stühle schon unterbringen.

Am nächsten Tag fahren wir weiter durch die Avenue of the Giants - eine weitere Hommage an die Redwoods und nutzen sogar die Möglichkeit, auch mal mit unserem Auto durch einen gespaltenen Stamm eines solchen Baumgiganten zu fahren. Eine haarige Angelegenheit, wie sich dann herausstellt, denn unser Auto passt so gerade zentimetergenau durch die Öffnung, beide Außenspiegel muss ich einklappen und Petra macht nicht nur Fotos, sondern muss auch aufpassen, dass ich nirgendwo mit dem Dach anecke. 

Auf dem berühmten Highway No. 1 geht es dann ab Leggett entlang der kalifornischen Küste. Sehr kurvenreich führt die Straße direkt am felsigen Ufer entlang, immer wieder sehen wir zwischen den Klippen lange Sandstrände, an denen sich die großen Wellen des Pazifik brechen. 


Entlang der wilden kalifornischen Nordküste

Anders als in Europa ist der Sand hier dunkelgrau, die Strände sind nicht etwa gepflegte Touristenstrände, sondern wilde Küsten mit angespülten Baumstämmen und Riesenalgen, die selbst aus der Nähe noch wie dicke Schlangen aussehen. Meist sind sie menschenleer, was bei dem Wetter aber auch nicht verwundert - kaum haben wir das Landesinnere hinter uns gelassen, fällt das Thermometer wieder drastisch von 26 Grad auf unter 16 Grad. Der Himmel ist verzogen und es weht ein kalter Wind. Ein Landschaft, wie man sie sich eher in Schottland vorstellen würde, als im "sonnenreichen" Kalifornien.


Anders als erwartet: Die Küste Nordkaliforniens: Nebel, Nieselregen und 12 Grad


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