San Francisco ...


Montag, 23. bis Donnerstag, 26.  August 2004

San Francisco Surfing

Klaus:
Zuerst die gute Nachricht: Der Camper Killer ist gefasst! Wie wir erst aus dem Fernsehen in San Francisco erfahren, ist gerade ein Tatverdächtiger festgenommen worden, der vor einer Woche ein campendes Paar am Strand nördlich von San Francisco umgebracht haben soll - und zwar genau in der Ecke, wo auch wir die letzten Tage verbracht haben. Vielleicht doch ganz gut, dass wir nur auf Campingplätzen übernachten ...

Schneller als erwartet bringt uns der Highway No. 1 hinein nach San Francisco. Die ursprünglich noch vorher geplante Übernachtung fällt wegen des dichten, kalten Nebels aus und so finden wir uns mit einem Male mitten auf der Golden Gate Bridge. Schon ein tolles Gefühl, mit dem eigenen Auto über diese Brücke zu fahren. Die  Brückenpfeiler verschwinden nach oben im dichten Nebel und auch vor uns ist das Ende der Brücke unsichtbar. Doch dann lichtet sich der Dunst und San Francisco liegt im strahlenden Sonnenschein vor uns. 

Wir haben uns vor der Stadt ein Couponheft mit Hotelgutscheinen besorgt und fahren direkt bis zur Fishermens Wharf, dem touristischen Zentrum der Stadt, wo wir mit dem Wharf Inn ein ordentliches Motel für die nächsten drei Nächte beziehen: endlich mal wieder ein eigenes Bad, eine Tageszeitung und - vor allen Dingen - ein Fernseher. Nun können wir mal für drei Tage die olympischen Spiele von Athen genießen, was wir auch direkt ausgiebig, jeweils bis in die Nacht, machen. Zwar wird ausschließlich über amerikanische Sportler berichtet, aber Hauptsache Sport!

Wir genießen so richtig das Großstadtleben: Natürlich steht Sightseeing im Mittelpunkt, aber auch das Shoppen kommt nicht zu kurz. San Francisco ist immerhin die Hauptstadt der Levis-Jeans und auch Nike hat mit seiner Niketown einen Megastore in der Stadt. Den ersten Abend verbringen wir mit Burgern und reichlich Bier im Hard-Rock-Cafe, die nächsten zwei Abende mit leckrer Margarita beim Mexikaner. Mittags freue ich mich über ein echtes französisches Baguette (mein Gott, ist das lecker) und wir speisen mitten in Chinatown für 3,50 $ in einem chinesischen Imbiss.

Wir legen fast alle Wege zu Fuß zurück, was wir Abends auch deutlich spüren - o weh, o weh! Doch das Highlight ist sicherlich die Fahrt mit der Cable Car durch San Francisco. Wir stehen draußen auf den Trittbrettern und es geht bergauf und bergab über die schwindelerregend angelegten Straßenzüge. Wie in jeder amerikanischen Stadt ist das Straßennetz schachbrettartig über die Stadt gelegt - ohne die vielen Hügel in San Francisco zu berücksichtigen, was dazu führt, dass die Straßen häufig mit 20 Grad Steigung vor einem aufragen oder in die Tiefe stürzen. Selbst zu Fuß ist es häufig anstrengend die Straßen zu "erklimmen". Doch mit der Cable Car entfällt diese körperliche Anstrengung und wir können die immer wieder neuen und überraschenden Ausblicke genießen, wenn sich an jeder neuen Kuppe atemberaubende Ausblicke auftun. San Francisco Surfing!

 
Mit der Cable Car durch die Straßen von San Francisco surfen

Am letzten Tage unseres Aufenthaltes besuchen wir die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz, die gerade mal 1,5 Meilen vom Land entfernt in der Bucht von San Francisco liegt. Al Capone, Machine Gun Kelly oder Robert Stroud - der Birdman von Alcatraz - haben hier eingesessen, in einem Gefängnis, das speziell für Gefangene konzipiert wurde, die in anderen Gefängnissen nicht integrationsfähig waren. Selbst Gefangene, denen der Ausbruch aus dem Hochsicherheitstrakt gelungen ist, konnten die letzte Hürde, das mit 10 Grad eiskalte Wasser des Pazifiks, nicht überwinden. Wir besichtigen die winzigen Einzelzellen, die Isolationshaft, wo einige bis zu 14 Jahre einsaßen, oder die Dunkelzellen, die den Gefangenen bei absoluter Dunkelheit  bis zu sieben Tage einschloss. Faszinierend! Wenigstens für mich - Petra hat nach zwei Stunden die Nase voll und droht mir an, mich für die nächsten Jahre auf der Insel zu lassen, wenn ich nicht sofort mit ihr das nächste Schiff zurück in die Stadt besteige. 


Die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz, ...


... wo Petra mich beinahe zurückgelassen hätte.


Über die Golden Gate Bridge

 
Großstadtleben genießen beim Eisessen und Shoppen


San Franciso, das ist: Chinatown ...


... die steilsten Straßen ...

 
... Rekordhalter ist hier die Lombardstreet mit 27 % ...


... die Seelöwen vom Pier 39 ...


... und die Fishermens Wharf.


Unser Hotel "The Wharf Inn"
Montag, 23. bis Mittwoch, 25. August 2004
www.WharfInn.com

Petra:
Wir verlassen San Francisco am frühen Nachmittag und fahren weiter den Highway No. 1. Die Sonne scheint und wir genießen die tolle Sicht auf den Pazifik, der sich von seiner schönsten Seite zeigt. Gegen Abend suchen wir mit über 46,00 US-Dollar den bisher teuersten Campingplatz unserer Tour auf. Dafür werden wir mit interessanten Nachbarn aus der Heimat belohnt. Zufällig stehen wir direkt neben Loriot´s Evelyn Hamann mit ihrem Mann.


KOA Santa Cruz/Monterey Bay
Donnerstag, 26. August 2004


Freitag, 27. bis Samstag, 28. August 2004

Durch Steinbeck´s Straßen der Ölsardinen und entlang des 17-Mile Drives


John Steinbeck´s Cannery Row


entlang des 17-Mile-Drives ...


... Lone Cypress 


El Chorro Regional Park
Freitag, 27. August 2004

Petra:
18 Jahre nach dem Abi, als ich mich durch John Steinbeck´s Cannery Row quälen musste, schließt sich der Kreis eben genau dort in Monterey: in der Cannery Row - der Straße der Ölsardinen. Heute ein nett angelegter Touri-Ort, erinnern seine inzwischen mit Cafes und Geschäften besiedelten modernisierten Büchsenfabriken noch an den bekannten Roman. Diesmal kann ich völlig entspannt die Straße genießen und erinnere mich nur noch dumpf an die Einzelheiten des Buchs.

Da wir wieder strahlenden Sonnenschein haben und von dem typischen Küstennebel weit und breit nichts zu sehen ist, biegen wir auf den 17-Miles-Drive ein - ein Privatweg, der 17 Meilen (wie es der Name besagt) entlang der Halbinsel bei Monterey führt. Herrliche Strände und eine Küste, die an die Costa Brava in Spanien erinnert. Als bekanntestes Highlight gilt die "Lone Cypress", der angeblich meistfotografierte Baum - den wir natürlich auch fotografieren, weil ihn ja alle fotografieren.

Weiter über den Highway No. 1, durch viele Fotostops unterbrochen, starten wir früh die Suche nach einem Campingplatz, es ist ja Wochenende. Da aber alle Campingplätze hier am Meer liegen, sind auch schon alle belegt. Es gibt keine Möglichkeiten, vom Highway abzubiegen, da sich direkt neben dem Pazifik dort ein Gebirge erstreckt. Und die Straße windet sich kurvenreich weiter, so dass wir auch nicht so schnell vorwärtskommen. Langsam werden wir nervös, da die Dunkelheit hier sehr plötzlich kommt, da finden wir - nun doch etwas abseits vom Meer - noch einen schönen Statepark mit reichlich Platz, wo wir erleichtert unser BBQ im Dunkeln essen.


... über den Highway No. 1 ... 

Petra:
Heute ist Samstag, und die Suche von gestern steckt uns noch in den Knochen - nur nicht schon wieder so lange Suchen müssen. Daher fahren wir bereits kurz vor 12 Uhr einen Statepark direkt am Meer an und finden noch ein Plätzchen. Da wieder einmal der Nebel über uns schwebt, ziehen wir uns eine Jacke über und wandern 2,5 Stunden am Strand entlang. Danach faulenzen wir ein bisschen, lesen und beschließen den Tag mit weiterem Nichtstun. 


Camping Oceano San Luis Obispo County
Samstag, 28. August 2004


zurück