Und dann kommt es ganz anders


4. August 2017:

Da haben wir uns selbst reingelegt. Wir stehen am Üüreg Nuur See und sind nur noch ca. 260 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Den Grenzübergang in zwei Tagen vor Augen schreiben wir unseren - vermeintlich - letzten Internetbericht über die Mongolei, datieren ihn vor und laden ihn ins Netz. Und dann kommt alles ganz anders, als man denkt!

Von zwei Reisenden haben wir in den letzten Tagen gehört, dass die Nordroute, auf der wir uns befinden, zurzeit trocken und gut zu befahren ist. Die Route führt uns durch staubtrockene Flußbetten, wir machen uns keine Gedanken, obwohl in den letzten drei Nächten starker Regen fiel. Plötzlich ändert sich die Situation und die Flüsse führen Wasser. Da Brücken auf diesen Pisten nicht zu finden sind, bleibt uns nichts anderes übrig, als diese mit dem Expedi zu queren. Doch irgendwann wird das Wasser tiefer und die Flüsse breiter. Um die Lage zu prüfen, wate ich durch die eiskalten Fluten, aber das Wasser steht zu hoch und die Strömung ist zu stark. Wir fahren einige Kilometer, aber die Furt ist zu tief. Das Risiko ist uns zu groß, wir sind alleine unterwegs und keiner kann uns helfen, sollten wir hängen bleiben. Nein, hier kommen wir nicht weiter.

Wir versuchen nordwestlich auf einem Pfad entlang des Achit Nuur die parallel laufende Piste zu erreichen. Aber dieser Weg ist sehr schmal und führt hunderte Meter durch ein Bachbett. Dort fährt sich unser Expedi im Schlick fest, Entsetzen macht sich breit, doch Klaus schafft es mit Untersetzung uns aus dieser misslichen Lage zu befreien. Nein, auch diese Strecke bleibt uns verwehrt!

Wir befinden uns nur noch 80 Kilometer vor der russischen Grenze und es sind nur 40 Kilometer bis zur Verbindungsstraße. Völlig frustriert erkennen wir, dass wir umkehren müssen und dass dies einen Umweg von 700 Kilometer auf jenen Pisten bedeutet, die uns inzwischen mächtig auf die Nerven gehen. Wie gut, dass unser Visum noch einige Tage läuft! Die Stimmung ist gedrückt, als wir zurückfahren. Klaus klammert sich an die Hoffnung, dass wenigstens die südliche Straße zur Grenze asphaltiert ist. Immerhin ist es die Hauptverbindung nach Ulaanbaatar. Ich weiß es besser, weil ich mich im Vorfeld expliziet darüber informiert habe. Aber ich bleibe still, er ist schon frustriert genug.

Zweieinhalb Tage später als geplant kommen wir an die Grenze. Der russische Grenzer lacht uns entgegen, als wir die letzten Meter auf mongolischer Piste entlangrumpeln. "Alles Asphalt!", sagt er und weist mit seinem Arm nach vorne.

Doris aus Piding, eine Overlanderin wie wir, schreibt auf ihrem Reiseblog: "Da planst du und planst und dann kommst du drauf, du planst ein Abenteuer und dann realisierst du, Abenteuer kannst du nicht planen, die passieren!"

Vor allem in der Mongolei!





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