29. Oktober 2017:
Wir trauen unseren Augen und Ohren nicht. Kaum in Usbekistan eingereist, werden wir von den Usbeken begeistert begrüßt, die Autofahrer hupen und fahren neben uns, um uns mit erhobenem Daumen zu signalisieren, wie toll sie uns und unseren Expedi finden. Ein Autofahrer lässt uns anhalten und schenkt uns frische Weintrauben, die momentan überall am Straßenrand verkauft werden. Wir parken direkt am Basar, Klaus steigt aus, um in der naheliegenden Bank Geld zu tauschen, während ich im Expedi auf ihn warte. Natürlich bin ich sofort die Hauptattraktion auf dem Platz. Währenddessen wird Klaus in der Bank beinahe enthusiastisch empfangen. Die Smartphones werden gezückt und von allen Ecken kommen die Mitarbeiter angelaufen, um auch ein Selfie mit Klaus zu erhaschen. Schnell ist das Geld gewechselt, ein letztes Selfie geschossen und weiter gehts. Als wir unseren ersten Übernachtungsplatz aufsuchen und noch ein bisschen durch die Gegend bummeln, bekommen wir von einem Straßenverkäufer ein Tütchen Sonnenblumenkerne geschenkt.
Ein paar Tage später schwärmt ein weiterer Straßenverkäufer auf seinem uralten Herkulesfahrrad: "Guten Morgen, guten Tag! Ich liebe Deutschland! Alles aus Deutschland gut! Herkules ist sehr gut!". Ein Hotelbesitzer überschüttet uns mit Prospektmaterial, ruft seinen Bruder in Tashkent an, der mal in Deutschland lebte und lässt es sich nicht nehmen, uns mit seinem Auto in die Stadt zu bringen. Ein anderer Hotelbesitzer lässt uns kostenlos auf seinem Parkplatz übernachten. Wir sind sprachlos ob dieser Gastfreundschaft.
Auch sonst verschlägt es uns die Sprache. Die Orte, die wir durchfahren, sind hübsch, fast überall gibt es Bürgersteige, hübsche Reihenhaussiedlungen säumen den Weg. Viele Randstreifen und die Vorgärten sind mit bunten Blumen und Sträuchern bepflanzt, alles ist sehr gepflegt und sauber. Es wird gefegt, nirgends ist Müll zu sehen.
Kaum finden wir unsere Sprache wieder, verschlägt es sie uns erneut ob des niedrigen Preisniveaus. Hatten wir in Kirgistan noch gedacht, wie preiswert alles ist, so wird das hier locker unterboten. Abends essen gehen kostet unter 10 Euro für uns beide, beim Besuch eines Cafes mit zwei herrlich dicken und leckeren Tortenstücken samt einer Kanne Tee bezahlen wir gerade einmal einen Euro.
Aber Usbekistan hat natürlich unendlich viel mehr zu bieten. Es wird ein KultURlaub und ein Eintauchen in die Vergangenheit. Wir besichtigen eine Seidenfabrik sowie eine renomierte Töpferwerkstatt. In Kokand tauchen wir am Khanspalast das erste Mal ein in 1001 Nacht. Die Hauptstadt Tashkent gefällt sowohl im modernen Teil mit seinen markanten Sowjetbauten und Denkmälern sowie den hübsch angelegten Parks, die bei inzwischen wieder an die 30°C Außentemperatur Schatten und Bänke für eine kurze Rast bieten. Aber auch die Altstadt mit den imposanten Bauwerken lässt uns den Atem anhalten. Die Seidenstraße wird hier wieder lebendig und zieht uns in ihren Bann ...
Usbekistan, das fünfte Land unserer Reise, erwartet uns ...
... mit noch nie erlebter Gastfreundschaft.
Zeit der Baumwollernte
Doch das Fergana-Tal ist nicht nur bekannt
für Baumwolle, sondern vor allen Dingen für ...
... Seide. In der Seidenfabrik in Margilan werden
die bis zu 300 Meter langen Fäden
der Seidenkokons abgespult ...
... und auf dem Spinnrad zusammengedreht.
Aus der Seide werden prächtige Teppiche geknüpft oder ...
... farbenfrohe Seidenstoffe mit dem
traditionellen Ikat-Muster gewebt
Töpferstadt Rishtan
Töpferwerkstatt von Rustam Usmanov
Der Khanspalast von Kokand
...
...
Granatapfelbaum: Wir genießen den frischgepressten
Saft, den es gerade überall zu kaufen gibt.
Usbekistan ist ein Traum für Budget-Reisende:
zwei Stücke Torte und eine Kanne Tee für einen (!) Euro
Vorbei am Handwerksmarkt ...
... geht es zur ehemaligen Freitagsmoschee
...
98 Säulen tragen die im Fergana-Stil
schön mit farbigen Malereien ...
... verzierte Kasettendecke.
Kleiner Abstecher nach Yangiabad,
dem Skigebiet der Usbeken.
Eigentlich kein Grund, graue Haare zu bekommen.
Die Hauptstadt Taschkent wurde 1966
von einem Erdbeben weitgehend zerstört
Freiwillige aus den sowjetischen Bruderstaaten
wurden um Hilfe beim Wiederaufbau gebeten
Das Beben gab den Stadtplanern
Gelegenheit, ihre Vision ...
... von einer modernen sowjetischen Stadt
in die Realität umzusetzen.
Nach der Unabhängigkeit 1991 verdrängte
Volksheld Amir-Timur die sowjetischen
Standbilder von Karl Marx und Stalin.
1 Mrd.Dollar Prestigeobjekt des ersten Präsidenten Karimow
...
...
Typisch für die Staaten der ehemaligen Sowjetunion:
der Bildermarkt ...
... sowie ein eigenes Gebäude für den Staatszirkus.
Unabhängigkeitsdenkmal.
Bis 1991 stand hier Lenin auf dem Sockel.
Die Störche symbolisieren
das gute und edle Streben sowie
die Fruchtbarkeit der Usbeken.
Das Denkmal der trauernden Mutter gedenkt ...
... der Opfer des Zweiten Weltkriegs.
Zwischendurch immer wieder schöne Parks ...
... und natürlich darf auch der Basar nicht fehlen.
...
...
Im Hast-Imam-Komplex ...
... sollen wir ungedingt mit diesen Jura-Studenten
auf ein gemeinsames Gruppenfoto.
Barak-Khan-Medrese. Medresen sind religiöse
Bildungsstätte, in denen der Koran, Hocharabisch,
islamisches Recht, aber auch Fächer wie Medizin,
Mathamatik, Englisch und Informatik gelehrt werden.
KultURlaub in Usbekistan
Unsere Übernachtungsplätze in Usbekistan:
22.10. - 23.10.2017:
Fergana, Club Hotel 777
23.10. - 25.10.2017
Kokand, Hotel Nigina
25.10. - 26.10.2017:
Yangiabad, Ski- und Freizeit-Resort
26.10. - 29.10.2017:
Taschkent, Sunrise Caravan Stay Hostel