Der Baikalsee: Schamanen und Superlative


22. Juni 2017:

Auf dem Weg zur Insel Olchon im Baikalsee biegen wir ca. 50 km vor der Fähre einfach ab auf eine Schotterpiste. Endlich finden wir unser Abenteuer - traumhafte und einsame Gegenden abseits jeder Hauptstraße, ein riesiger Tummelplatz für unseren Expedi. In dieser für unser Auto artgerechten Umgebung erhaschen wir den ersten Blick auf den Baikalsee, die blaue "Perle Sibiriens". Er ist ein See der Superlativen: der tiefste Süßwassersee und größte Süßwasserspeicher der Welt, er fasst zweimal so viel Wasser wie die Ostsee oder so viel wie die fünf Großen Seen im Norden Amerikas zusammen.

Wir finden ein lauschiges Plätzchen oberhalb der Klippen und lassen uns nieder. Welch herrlicher Ausblick! Wir erkunden die nähere Umgebung und finden einen mit bunten Stoffstreifen geschmückten Busch, neben dem sich leere Wodkaflaschen stapeln. Direkt daneben liegen unzählige kleine Rubelmünzen in der verkohlten Feuerstelle. Hier in Sibirien hat das Schamanentum seinen Ursprung und die Menschen opfern auch heute noch den Geistern ihrer Ahnen. Wer an einem geschmückten Schamanenpfahl oder -stein vorbeikommt, muss nach burjatischem Brauch etwas hinterlassen oder anbinden oder trinkt zu Ehren der Verstorbenen eine Flasche und lässt diese leer zurück.

Bevor auch wir geopfert werden können, fahren wir am nächsten Tag nur wenige Kilometer weiter auf den nächsten traumhaften Platz, wo wir uns bereitwillig niederlassen und die Aussicht genießen. Nach der langen Fahrt ist nun Erholung angesagt.

Diese finden wir auch auf der Insel Olchon, die mit vielen wunderschönen Sandstränden zu überzeugen weiß. Es ist Sommerwetter, wir genießen unsere Zeit mit Nichtstun, aber auch Autowaschen und Wäschewaschen ist angesagt. Und nicht nur das, selbst wir genießen von Zeit zu Zeit () eine Wäsche, was im 15°C kalten Baikalsee enorme Überwindung kostet. Ausflüge über die Insel bringen uns über die grottenschlechten Wellblechpisten in den trostlosen Hauptort Chuschir, wo der Schamanenfels Mys Burchan zum meistfotografierten Motiv der Insel zählt. Da wollen wir natürlich nicht zurückstehen und fotografieren fleißig mit. Ein langer breiter Sandstrand lädt zum Verweilen ein. Doch uns zieht es wieder zurück auf unseren privaten Traumstrand, wo uns Robbi, die kleine Baikalrobbe, täglich begrüßt. Die Baikalrobben sind die einzigen Robben, die in einem Süßwassersee leben.

Auf dem Rückweg Richtung Fähre werden wir auf der Wellblechpiste mächtig durchgeschüttelt, was nicht nur uns, sondern auch unserem rechten Außenspiegel auf die Nerven geht. Er hat genug von der Rüttelei und fällt einfach ab. Der Mechaniker an Bord ist wieder gefragt. Tja, langweilig wird es nie auf einer Abenteuertour!





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