Küche und Badezimmer:


Wir lieben nicht nur das Essen, sondern auch das Kochen. Deshalb haben wir auf kleinem Raum eine zweckmäßige Küche mit Gaskocher und Spülbecken untergebracht, die durch eine große Kühlbox und einen Backofen ergänzt wird.

Beim Schrankplatz haben wir uns stark eingeschränkt und zugunsten des luftigen Raumgefühls auf viele schöne Küchenutensilien verzichtet und uns auf die wirklich wichtigen Geräte konzentriert.

Da verseuchtes Trinkwasser die häufigste Ursache für Erkrankungen auf Reisen ist, haben wir ein professionelles Wasseraufbereitungssystem installiert. Doch manchmal, wie beim Abwasser, sind die einfachsten Lösungen die Besten.

Nach unserer letzten Langzeitreise 2004 stand fest, ohne eigene Toilette und ein vernünftiges Bad geht es nicht mehr auf Tour.





Der Küchenblock ist 1160mm breit und 470mm tief. Die Höhe von 1000mm mag im Vergleich zur häuslichen Einbauküche recht hoch erscheinen, ist aber perfekt für eine erwachsene Person. Da wir im Bad aus Platzgründen auf ein separates Waschbecken verzichtet haben, wird das Spülbecken auch für die Körperpflege genutzt. Dies hat sich für uns rückblickend als sehr gute Entscheidung herausgestellt.

Als sehr nützlich hat sich die Spülschüssel erwiesen, die bündig mit dem Spülbecken abschließt. Leider gibt es so etwas nicht standardmäßig von den Herstellern und wir haben durch Zufall in den USA eine Salatschüssel gefunden, die exakt ins Becken passt. Dadurch können wir Spülwasser immer ganz einfach außerhalb des Fahrzeuges entsorgen und nehmen dafür nicht den Abwasserkanister in Anspruch.



Generell ist die Arbeitsfläche in einem Wohnmobil immer zu klein. Wir behelfen uns damit, dass die Glasabdeckung des Kochers bündig abschließt und als zusätzliche Arbeits- und Ablagefläche genutzt werden kann. Als sehr hilfreich hat sich die Abtropffläche an der Spüle erwiesen. So vermeiden wir, dass Abtropfwasser des gespülten Geschirrs in die Ritzen von Schrank oder Kocher laufen kann.



Der Zweiflamm-Gaskocher von SMEV reicht für den normalen Gebrauch völlig aus. Bei umfangreicheren Gerichten, bzw. bei geruchsintensiver Zubereitung von beispielsweise Fisch nutzen wir darüber hinaus einen Außenkocher, der über eine Gassteckdose mit der Gasanlage des Fahrzeuges verbunden ist.

Die Piezozündung des Kochers funktioniert leider nicht in Höhen ab 2.000 Meter. Die linke Kochstelle war bereits nach einem Jahr defekt und kann seitdem nur noch genutzt werden, wenn der Gasregler mit einem Weinkorken festgeklemmt wird.



Da wir das Spülbecken auch als Waschbecken nutzen, hat sich ein fest installierter Seifenspender mit Flüssigseife als sehr hilfreich erwiesen. Zur leichteren Reinigung lässt sich dieser leicht aus der Befestigung heben.

Auf einen Warmwasserboiler haben wir aus Platzgründen verzichtet und diese Entscheidung in den letzten Jahren - fast - nie bereut. Aus den Wasserhähnen in Küche und Bad kommt stets nur kaltes Wasser. Wenn wir warmes Wasser benötigen, machen wir dieses im Kessel auf dem Kocher heiß.



Statt festverschraubten Kleiderhaken verwenden wir fast ausnahmslos spezielle Saughaken. Diese haben den Vorteil, dass sie auf der glatten Oberfläche problemlos haften, rückstandsfrei versetzt werden können und durch die besondere Form der Haken auch bei Offroad-Pisten Handtücher, Waschlappen usw. hervorragend fixieren.



Wegen der besseren Stabilität des Fahrzeuges bei schlechten Straßenverhältnissen haben wir versucht, die Stauräume in Richtung Fahrzeugboden zu verlagern. Einzige Ausnahme bilden zwei kleine Hängeschränke oberhalb der Küche. Dort sind ausnahmslos leichte Gegenstände, wie unsere Kulturbeutel, verstaut.



Für die Beschallung der Kabine nutzen wir eine Bose SoundDock Portable, für die ein kleines Regal neben den Hängeschränken gebaut wurde. Hinter der Box gibt es zwei Steckdosen. Eine läuft über den Spannungswandler, die andere über den Außenstrom (wenn vorhanden).

Auch die Entscheidung für die Bose-Box hat sich als sehr gut erwiesen. Wir können sie problemlos drinnen oder draußen nutzen (der Akku hält rund sieben Stunden), mit WIFI und IPod-touch wird sie zum Internetradio, an den Computer angschlossen macht sie Videos zu einem Hörgenuss. Während der Fahrt wird sie in der Kleiderschrank-Schublade sicher verstaut.



Unterhalb des Gaskochers befindet sich eine Steckerleiste, die nicht nur von Innen, sondern auch von außerhalb des Fahrzeuges leicht bedient werden kann. Von links nach rechts: Schalter für die elektrische Außentreppe, Schalter für Außenlicht, Schalter für Küchenbeleuchtung, Steckdose für Außenstrom (220 V oder 110 V - je nachdem was angeschlossen ist), 220 V-Steckdose vom Spannungswandler, 12 V-Steckdose, Schalter für Licht im Badezimmer (mit Kontroll-LED).



Beide Schubladen im Küchenbereich haben einen Vollauszug. Es hat sich als hilfreich erwiesen, die Unterteilung der Fächer nicht zu detailliert zu machen, da sonst zuviel Platz verschenkt wird.



Auf der linken Seite haben wir einen Schrank mit sehr geringer Tiefe, da sich dahinter ein Außenstaufach mit Gasflasche befindet. Oben rechts im Schrank sind die Gasregler für Außengas, Kocher und Backofen. Nach vorne hin sind die oberen Regalbretter mit kleinen, 15mm hohen Kanten versehen, um die Sachen am Rausfallen zu hindern. Porzellantassen und Gläser werden während der Fahrt mit einem kleinen Stück Antirutschmatte umwickelt, damit sie nicht zerbrechen können.

Verbesserungsvorschlag: Es würde Sinn machen, die obere rechte Ecke der Türe auszusparen, damit die Gashähne auch bei verschlossener Tür bedient werden können.



Der große Küchenschrank befindet sich unterhalb der Spüle. Was auf dem Foto als quaotische Sortierung erscheinen mag, ist in Wirklichkeit ein ausgeklügeltes Einräumprinzip. Je weniger Abtrennungen im Schrank sind, desto optimaler kann der Platz genutzt werden. Damit jedoch während der Fahrt nichts klappert, muss alles leicht miteinander verkeilt sein, ohne dass beim Ausräumen etwas kaputt geht. Wir nutzen zum Beispiel in einigen Bereichen des Schrankes Antirutschmatten, in anderen extra nicht, damit beispielsweise Teller leicht herausgezogen werden können. Wir bevorzugen viereckige Teller vor runden, da man diese aufrecht im Schrank hinstellen kann und sie extrem wenig Platz wegnehmen.

Verbesserungsvorschlag: Die Schrankfächer ganz unten haben sich im hinteren Bereich als schwer zugänglich erwiesen. Schubladen mit Vollauszug wären optimaler.



Eine unserer besten Entscheidungen war, auf einen fest installierten, großen und schweren Abwassertank zu verzichten. Statt dessen nutzen wir einen 12 Liter Abwasserkanister, der über Gardena-Schnellverschlüsse leicht aus dem Schrank genommen werden kann. Das Abwasser lässt sich so überall problemlos einmal täglich entsorgen.

Abwasser kann in warmen Gegenden innerhalb eines Tages anfangen zu faulen und stinkt dann genauso erbärmlich wie der Inhalt des Toilettentanks. Darüber hinaus verschleimt der Tank und lässt das Wasser noch schneller faulen. So eine Brühe kann man nirgendwo mehr unbemerkt ablassen. Unser kleiner Kanister fällt dagegen gar nicht auf, wenn wir ihn auskippen. Er stinkt nicht, kann durch die Öffnung leicht gereinigt werden und ich nehme ihn häufig mit, wenn ich unseren Toilettentank leere, damit ich diesen mit dem Abwasser nochmal durchspülen kann.



Für 3-Wochen-Urlauber sicherlich entbehrlich, für Langzeitreisende eine perfekte Erweiterung für die Küche. Auf unseren kleinen Mini-Gas-Backofen von SMEV wollen wir auf keinen Fall verzichten. Wegen des Gewichtes ist er ganz unten im Kleiderschrank eingebaut und wegen der Temperaturabstrahlung mit Fermazell gedämmt.



Er ist zwar sehr klein, aber ausreichend um labbriges Weißbrot aufzuknuspern, ein 700g-Brot zu backen sowie Pizza und Aufläufe zu zaubern. Doch Wunderdinge kann man nicht erwarten. Die Hitze kommt recht ungleichmäßig und die Gerichte müssen regelmäßig alle 15 Minuten gedreht werden, um von allen Seiten erwärmt zu werden.

Zum Vorwärmen muss die Türe ganz leicht geöffnet bleiben, damit die Flamme genug Sauerstoff bekommt. Erst nach rund 5 Minuten ist der Ofen warm genug, dass die Klappe geschlossen werden kann.



Zum Kühlen von Lebensmitteln nutzen wir eine National Luna 74-Liter, Doppeltüren Kompressor-Kühlbox. Kühlboxen sind im Vergleich zu Kühlschränken erheblich energieeffizienter (beim Kühlschrank fällt die kalte Luft beim Öffnen der Türe nach draußen, in der Kühlbox bleibt sie drinne). Den Ausschlag für National Luna gaben die gute Dämmung und die absolut glatte und somit leicht zu reinigende Oberfläche (anders als bei anderen Herstellern liegt die Kühlrippe hinter einer Aluminiumwand und nicht im Kühlraum).

Beide Fächer können unabhängig voneinander stufenlos auf bis zu minus 18°C (rechts) bzw. minus 12°C (links) runtergekühlt werden. Kompressorkühlschränke können im Gegensatz zu Absorberkühlschränken (Strom und Gas) nur mit Strom betrieben werden, kühlen jedoch völlig unabhängig von der Außentemperatur. Wir hatten auch bei über 40°C Außentemperatur noch eiskaltes Bier. Leider jedoch auch einen wärmeren Innenraum, weil die Kühlbox diesen ordentlich aufheizt.



Da es kaum Lebensmittel gibt, die durch Kühlung verderben, jedoch sehr viele, die durch Hitze kaputt gehen, haben wir uns für eine sehr große Kühlbox entschieden. Statt für Lebensmittel Schrankplatz einzuplanen, stellen wir fast alles in die Kühlbox und sind damit flexibler beim Einkauf. Wir haben jedoch auch unsere Solaranlage ausreichend groß konzipiert, um den Strombedarf zu decken.

Die Kühlbox ist mit drei Körben unterteilt. Der Gitterabstand könnte jedoch etwas größer sein, häufig fallen kleine Dinge nach unten durch. Unter dem Korb ganz rechts ist der Kompressor verbaut. Wir haben uns ursprünglich für die Doppeltürenvariante entschieden, weil man eine Hälfe (links) als Kühltruhe nutzen kann. Gebraucht haben wir es in der Praxis jedoch noch nie. Die geschlossene Kühlbox wird von uns auch als zusätzliche Sitzmöglichkeit genutzt.

Sehr guter Kundenservice: Bei einem Fehler an der Elektronik hat uns National Luna sehr unkompliziert geholfen und aus Südafrika kostenlos die komplette Elektronik samt Kabelstrang als Ersatzteil zugeschickt.



An der Badezimmertüre ist zum Wohnraum hin ein Spiegel (300 x 400mm) angebracht.



Ein weiterer Spiegel (300 x 500mm) ist auf der Innenseite der Türe angebracht. Einerseits kann man ihn im Bad nutzen, andererseits kann man sich bei geöffneter Badezimmertüre fast komplett betrachten, wenn man sich auf das Zwischenboden-Podest stellt.



Die komplette Nasszelle wurde aus Alu-Sandwichmaterial mit 30mm Isolierung gebaut und weiß pulverbeschichtet (haltbarer als Lackierung). Die Türe ist mit einer vernünftigen Klinke versehen und kann bei Bedarf am Küchenschrank fixiert werden.



Ergänzt durch die umlaufende Türdichtung ergibt sich somit ein vom Wohnraum schall- und geruchsdicht abgeschlossener Raum.



Das Bad ist auch als Trockenkammer konzipiert. Der Hauptausströmer für die Heizung geht ins Badzimmer. Wenn wir die beiden Ausströmer im Wohnraum schließen, wird das Bad extrem aufgeheizt und nasse Kleidung trocknet (bei leicht geöffnetem Fenster) sehr schnell.

Nachteil: Im Gegenzug müssen wir jedoch die Badezimmertüre offen lassen, wenn wir den Innenraum vernünftig beheizen wollen (daher auch der Feststeller für die Türe). Leider ist die Heizung für das Raummaß der Kabine unterdimensioniert, ansonsten würde dieses Problem wohl nicht auftreten.



Zwar nimmt die Thetford Kassettentoilette C403 mit SOG-System mehr Platz weg, als eine Schwenktoilette, ist jedoch wegen der glatten Flächen und fehlenden Verwinkelungen viel leichter zu reinigen. Das Modell C403 nimmt das Spülwasser aus dem Frischwassertank des Fahrzeuges, es muss also kein separater Spültank befüllt werden. Das Fassungsvermögen des Abwassertanks beträgt 19,3 Liter.

Auf gar keinen Fall verzichten sollte man auf den Einbau des SOG-Systems! Nur dadurch ist ein geruchs- und chemikalienfreier Betrieb der Toilette möglich.

Guter Kundenservice: Bei einem Defekt des SOG-Lüfters bekamen wir von der Firma "SOG - Entlüftungssysteme Dahmann" innerhalb kürzester Zeit einen Ersatzlüfter (gegen Bezahlung) ins Ausland geschickt, ohne den defekten Lüfter einsenden zu müssen.



Unser Badezimmer ist kein zusätzlicher Lagerraum. Wir haben dort drinne nur das, was auch wirklich hineingehört: Handtücher, Waschlappen, Toilettenpapier, Duschschlappen. Wir haben viele Reisende getroffen, die ihr Bad mit so viel anderen Gegenständen vollgestellt haben, dass sie kaum noch Platz haben, die Toilette, geschweige denn die Dusche, zu nutzen. In einem solchen Fall bietet es sich an, von vornherein, den Grundriss und die Staumöglichkeiten der Kabine anders zu planen.

Wenn wir nicht duschen, haben wir eine Schaumgummimatte auf der Duschwanne liegen, da der Aluminiumboden sonst zu kalt ist, um mit nackten Füßen betreten zu werden.



Die Duschwanne besteht aus Aluminium, ist weiß pulverbeschichtet und verfügt über zwei Abflüsse (falls das Auto nicht genau gerade steht). Das Abwasser wird nicht aufgefangen, sondern läuft durch den Fahrzeugboden direkt nach draußen. Da wir nur abseits der Zivilisation wild campen und die Dusche nutzen, stört es niemanden, wenn das Wasser auf die Erde plätschert.

Auch in der Dusche haben wir kein warmes Wasser. Entweder reicht die Außentemperatur aus, um sich mit kaltem Wasser zu duschen oder wir machen uns Wasser in einer Schüssel warm und waschen uns mit Waschlappen im Badezimmer. Da der Raum hermetisch zum Innenraum abgeschlossen ist, kann man ruhig mit dem Wasser rumspritzen.

Nachteil: Da wir keinen Duschvorhang haben, muss das Badezimmer nach jeder Dusche trocken gerieben werden. Andererseits wird es dadurch regelmäßig gesäubert und wir haben keinen nassen Duschvorhang, der getrocknet werden muss.



Der Wasserhahn für die Dusche bedindet sich in der linken Ecke über der Toilette und eignet sich auch hervorragend als Toilettenpapierhalter.



Zum Duschen wird der Schlauch am Wasserhahn aus der Verankerung gezogen.




 Die Bücher zu unseren Abenteuertouren

impressum |  presse |