Klaus, März 2011:

Wie könnt Ihr Euch das leisten?


Leider trifft auch für eine Langzeitreise zu: Ohne Moos nix los.

Doch man muss kein Millionär sein, um seinen Traum zu verwirklichen. Die größte Hemmschwelle ist häufiger der fehlende Mut und weniger das fehlende Geld. Wir sind ein Volk mit eingebautem Sicherheitsdenken. Je älter wir werden, desto schlimmer. Man sollte nicht immer nur auf den finanziellen Bedarf schauen. Denn der wird höher, je länger man sich mit dem Thema beschäftigt.

Zuerst denkt man nur an das Tagesbudget der Reise. Schnell kommen jedoch Gedanken zur Absicherung im Krankheitsfall, fehlender Anschlussbeschäftigung und unbedingt notwendiger Extras für das Fahrzeug hinzu. Diese Liste wird länger und länger, die Kosten höher und höher.

Wichtiger ist, sich einen konkreten Termin zu setzen, an dem die Reise startet. Wir haben genau fünfzig Monate vor der Abenteuertour 2010+ mit dem Countdown begonnen. Das war ausreichend Zeit, sich auf alles vorzubereiten. Doch andererseits so fixiert, dass wir für uns keine Ausrede akzeptiert haben. Was bis dahin nicht gespart ist, fehlt halt. Im Zweifelsfall wird die Reise kürzer und die Extras im Wagen weniger.

Aus unserer persönlichen Erfahrung gibt es folgende große Ausgabenblöcke:

Vor der Reise:

- das Fahrzeug und die Ausrüstung

Während der Reise:

- Ausgaben im Heimatland (Versicherungen, Einlagerung von Möbeln ...)
- Ausgaben rund ums Auto (Sprit, Instandhaltung, Reparaturen ...)
- Ausgaben rund um die Übernachtung (Camping, Hostels ...)
- Ausgaben rund ums Leben (Lebensmittel, Dinge des täglichen Bedarfs, Eintritte ...)
- Ausgaben für Transfers (Flüge, Fähren, größere Ausflüge ...)

Nach der Reise:

- die Phase ohne Job und Einkommen muss finanziell überbrückt werden
- Neuanschaffungen (Möbel, Auto, ...)

Auch hier gilt: Für viele Kosten kann man vorab ein Gefühl entwickeln. Wir haben auf unserer Abenteuertour 2004 akribisch Buch über jede einzelne Ausgabe geführt und wussten daher, wieviel Geld wir für ein Leben auf Tour benötigen.

Am leichtesten spart man Geld, indem man es gar nicht erst ausgibt. Das gilt während der Reise genauso, wie vor der Tour und danach. Bevor man nie loskommt, weil man auf das perfekte Fahrzeug spart, sich lieber mit einer Nummer kleiner zufrieden geben. Bei der Auswahl des Reiseziels berücksichtigen, dass Lateinamerika, Afrika und Süd-Ost-Asien günstiger sind als die USA oder Europa. Oder sich die Frage stellen: „Bin ich bereit, meinen Lebensstandard auf Reisen zu reduzieren?“

Häufig geht es gar nicht darum, ob und wie man sich eine solche Reise leisten kann. Es geht vielmehr um persönliche Prioritäten. Wie möchte man sein Geld investieren? Was ist mir im Leben wirklich wichtig? Möchte man Abenteuer oder Sicherheit? Ansehen oder Ansichten? Haben oder sein? Sicherheit hat seinen Preis und Mut bekommt seinen Lohn!